Freimaurerzeichen

AFP/ TIM SLOAN

Mythos und Macht

Die Freimaurer. Zur 300-jährigen Geschichte des Geheimbundes. Mit Christian Rapp, Kulturwissenschafter und Kurator.

Freimaurer - das sind straff organisierte Geheimbündler mit seltsamen Ritualen, die ihre Finger bei sämtlichen Großereignissen der Weltpolitik mit im Spiel haben - oder? Um die Geschichte der Freimaurer sind viele Verschwörungstheorien und Legenden gesponnen worden.
Im Jahr 1717 wurde die erste Großloge in London gegründet - so sagt die Überlieferung, Fakten für diese Datierung fehlen. Tatsache ist, dass sich die Freimaurerlogen von England aus ab dem beginnenden 18. Jahrhundert im Rest Europas ausbreiteten. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität sind bis heute ihre Grundsätze. Das hatte durchaus Auswirkungen auf Politik und Gesellschaft. Bei der amerikanischen Unabhängigkeit und den 1776 erstmals ausformulierten Menschenrechten etwa spielten die Freimaurer eine wichtige Rolle.

George Washington war Freimaurer, ebenso die Präsidenten Abraham Lincoln oder Theodore Roosevelt. In Österreich wurde die erste Freimaurerloge mit dem Namen "Zur wahren Eintracht" im Jahr 1781 in Wien gegründet. Berühmte österreichische Freimaurer kommen aus allen Sparten der Gesellschaft: Künstler wie Wolfgang Amadeus Mozart und Joseph Haydn gehörten Freimaurerlogen an, ebenso wie der ehemalige Bundeskanzler Fred Sinowatz oder Richard Coudenhove-Kalergi, der Begründer der Paneuropa-Bewegung. Derzeit gibt es in Österreich 78 Logen und 3.500 Brüder - denn Frauen sind bis heute nicht in der Großloge von Österreich zugelassen.

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