Alter Hundert-Schilling-Schein mit Angelika Kauffmann

APA/ANDREAS TRÖSCHER

Die Malerin Angelika Kauffmann

"Vielleicht die kultivierteste Frau in Europa." Die Malerin Angelika Kauffmann. Ein Leben in Mailand, London und Rom im 18. Jahrhundert. Feature von Lea Roma

16 Jahre lang, von 1970 bis 1986, prägte das Konterfei der etwas verlegen dreinblickenden jungen Frau mit der hochtoupierten Frisur den österreichischen Hundert-Schilling-Schein. Tatsächlich hatte sich Angelika Kauffmann nur sehr selten auf österreichischem Boden aufgehalten. 1741 im schweizerischen Chur als Tochter eines Vorarlberger Malers aus Schwarzenberg geboren, war sie Zeit ihres Lebens in den ersten Städten Europas zuhause: Mailand, London und vor allem Rom, wo sie die letzten 25 Jahre ihres Schaffens verbrachte.

Neben ihrem ausgezeichneten Ruf als Malerin galt Angelika Kauffmann auch als äußerst geschickte Netzwerkerin. In ihrem Palazzo in der Via Sistina, gleich oberhalb der Spanischen Treppe, war das adelige Publikum ebenso anzutreffen, wie die bedeutendsten Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur des ausgehenden 18. Jahrhunderts, etwa Johann Wolfgang von Goethe und Johann Gottfried Herder, der sie einmal als "vielleicht die kultivierteste Frau in Europa" bezeichnete.

Die Kulturwissenschafterin Lea Roma heftete sich an die Fersen der Malerin und begab sich nach Düsseldorf, Bregenz, Schwarzenberg und Rom, um ein Bild der zu ihren Lebzeiten gefeierten Künstlerin zu skizzieren, deren Oeuvre sich zum Zeitpunkt ihres Todes, am 5. November 1807, auf zirka 2.500 Originalwerke belaufen haben soll.

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