Die Ifugao Reisterrassen von Batad

ORF/ERNST WEBER

Unterwegs im Norden der Philippinen

Ambiente Spezial: Hängende Särge, Reisterrassen und koloniale Geschichte. Von Ernst Weber.
Redaktion: Ursula Burkert

Der Norden der Insel Luzon (im Süden der Insel liegt Manila) ist eine Art Miniversion des ganzen Landes. Neben weißen Stränden mit blaugrünem Wasser liegen verschlafene Kolonialstädte. Die UNESCO Welterbestätte Vigan etwa ist ein spanisch geprägter Kolonialort wie aus dem Bilderbuch: Straßen aus Kopfsteinpflaster, Villen aus dunklem Holz, Barockkirchen, Häuser mit Muschel-Fenstern, ratternde Kutschen.

Gleichzeitig ist die Stadt pulsierend laut und belebt, Vigan war ein wichtiger Handelsort an der Seidenstraße. Unter dem spanischen Eroberer Juan de Salcedo wurde Vigan zum politischen, wirtschaftlichen und religiösen Zentrum des Nordens. Gleichzeitig entstand hier ein Zentrum des Widerstandes gegen Spanien, u.a. führte hier die erste Frau auf den Philippinen eine Revolte an.

Kabayan liegt in spektakulärer Lage zwischen Bergen und Reisterrassen. Kabayan ist das Zentrum der Ibaloi-Kultur, einer indigenen Bevölkerung, die durch Mumifizierung ihrer Verstorbenen bekannt wurde. Ihnen gelang es, sogar die inneren Organe der Mumien zu erhalten. Die Mumien liegen in Höhlen über dem Städtchen - in der Höhe sind die Toten dem Himmel näher. Die meisten Höhlen sind heute wegen Diebstahls von Mumien gesperrt.

Im Echo Valley des Mt. Pulag Nationalparks sind die hängenden Särge eine Attraktion. In dieser Region wird auch der berühmte Hochlandreis in kleinsten Terrassen kultiviert, spezieller Reis, der viel Handarbeit erfordert. Nur mehr wenige Dörfer kultivieren den Bergreis, der nur eine Ernte im Jahr abwirft, im Tal sind es bis zu drei Ernten. Die Reisterrassen von Ifugao werden als das achte Weltwunder bezeichnet.
Einige Organisationen veranstalten Ökotourismus-Touren in der Region: Etwa LEAD (Laoag EcoAdventure Development Movement), sie machen Touren in die frühere Rebellenhochburg beim Dörfchen Adams in den Dschungelbergen.

Von Adams aus gibt es Wanderungen zu Wasserfällen; andere Touren führen zum Sandboarding zu den endlosen Sanddünen entlang der Küste. Im Städtchen Laoag gibt es Gedenkstätten und Museen über den Diktator Ferdinand Marcos, der dem Land 20 Jahre lang seinen Stempel aufgedrückt hat: Unter seiner Herrschaft gab es Kriegsrecht, Unterdrückung von Bürgerrechten, Folter von Oppositionellen, Unterschlagung öffentlicher Gelder.

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