Anne Bennent, die Schauspielerin im Porträt

"Nackt gehe ich durch den Wald und schreie die Bäume an". Die Schauspielerin Anne Bennent. Feature von Mahmoud Lamine und Judith Müller.

"Ich glaube, ich bin schon mit einem Widerstand auf die Welt gekommen," bekennt die in der Schweiz geborene Schauspielerin, Chanson-Sängerin und Rezitatorin Anne Bennent. Seit ihrem neunten Lebensjahr steht sie auf der Bühne, später hat sie mit den großen Regisseur/innen des europäischen Theaters gearbeitet. Mit Peter Zadek, Peter Brook, Patrice Chéreau, Ruth Berghaus, George Tabori. Seit einigen Jahren verzaubert Anne Bennent das Publikum mit der Rezitation von Texten von Robert Walser, Thomas Bernhard, Arthur Rimbaud oder auch mit der Hörspielfassung von Ilse Aichingers Roman "Die größere Hoffnung" für Ö1. Bennent lässt sich nicht einordnen, Veränderung ist eine wichtige Kategorie in ihrem Leben und in ihrer Kunst. "Sobald es erstarrt, wird es gefährlich", sagt sie.

Mahmoud Lamine hat Anne Bennent mehrmals getroffen, auch gemeinsam mit ihrem Bruder David Bennent. Sie erinnern sich: an ihre ungewöhnliche Kindheit in der Schweiz und auf der griechischen Insel Mykonos, an die Eltern, den Schauspieler Heinz Bennent und die Tänzerin Paulette Renou. "Mit meiner Mutter war es lustig und wir hatten ähnliche Fantasien und Unsinn im Kopf", erzählt Anne Bennent. "Mit meinem Vater musste ich irgendwie streiten. Streit war immer in der Luft".

Ton: Fridolin Stolz
Sprecher: Nikolaus Kinsky
Mitarbeit: Adam Lamine
Redaktion: Eva Roither

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