"Halluzination, Perspektive, Synthese": Florian Hecker Personale bei Wien Modern

Wien Modern 2017: Die Musik Florian Heckers als plastische Erfahrung. Gestaltung: Heinrich Deisl

Florian Hecker ist ein Komponist elektronischer Musik. Seine Arbeiten bewegen sich dabei an den Grenzlinien von Installation, Elektroakustik und Objektkunst. Der aus Augsburg stammende Florian Hecker macht seit 1996 erfahrbar, was Musik ist, ohne dass sie Musik zu sein braucht. Es geht weniger darum, zu zeigen, was Technologie alles kann als vielmehr darum, zur DNS oder - passender - zum Quellcode von elektronischer Musik vorzustoßen. Er studierte Computer- und Psycholinguistik in München und war an der Akademie der bildenden Künste. Sprache(n), Text und Kunst sind forschungsleitend für seine synästhetischen Werke. Auch wenn er immer wieder raum- und zeitspezifisch arbeitet, eröffnen seine plastischen Kompositionen abstrakte Zwischenzustände. Hecker bespielte u. a. das MIT Media Lab, das Centre Pompidou, die Documenta und das MUMOK.

Sprechen Sie Maschine?
Florian Hecker ist wohl einer der langjährigsten Kollaborationspartner des Labels Editions mego, wo er mehr als die Hälfte seiner gut 20 Alben herausgebracht hat; so wie seine aktuelle Veröffentlichung "A Script For Machine Synthesis". Er arbeitete mit dem japanischen Avantgarde-Künstler Yasunao Tone ("Palimpsest", 1996), dem iranischen Philosophen Reza Negarestani ("Chimerization", 2012) sowie dem britischen Klangkünstler Russell Haswell ("Blackest Ever Black", 2007 und "Kanal GENDYN", 2011). Einige Alben sind Audio-Dokumentationen seiner Ausstellungen, wie etwa für den Neuen Berliner Kunstverein oder die Londoner Tate Modern. Seit 2005 gestaltet er mit Haswell die "UPIC Diffusion Sessions", für die sie das von Iannis Xenakis begründete grafische Computermusik-System UPIC weiterentwickelten.

Eindeutig uneindeutig
Die Kunsthalle Wien präsentiert ab Mitte November die Florian Hecker gewidmete Personale "Halluzination, Perspektive, Synthese". Für diese Ausstellung hat er einen eigenen Klangraum entworfen und eine Komposition produziert. Hier treffen bildende Kunst, Psychoakustik und haptische Klangerfahrungen aufeinander. Das im Rahmen dieser Personale stattfindende Live-Konzert ist eine Co-Produktion von Kunsthalle Wien und Wien Modern.

Für dieses Zeit-Ton Porträt führt Florian Hecker durch seine Ausstellung.

Service

Florian Hecker

Editions Mego

Playlist

Titel: Zeit-Ton
Länge: 56:43 min

Sendereihe

Gestaltung