Ständchen

mit Hans Georg Nicklaus. Von Don Giovanni bis Happy Birthday, von Minnesang bis Schubert: das Ständchen hat immer Saison! Ausgewählte Ständchen im Vergleich der Versionen und Interpretationen.

Publikum und Musiker treffen sich heutzutage meistens im Konzertsaal oder ähnlichen Orten mit Bühne. Kommen aber die Musiker zum Zuhörer oder zur Zuhörerin, zudem noch unangemeldet und spontan, und spielen auf, zur Ehre oder zum Lob des/der Beglückten, dann nennt man das "Ständchen".

Warum Ständchen? Weil es bei diesen spontanen und privaten Gelegenheiten selten eine Sitzgelegenheit gibt. So stehen sie also unter dem Balkon der Angebeteten oder schlicht vor der Tür, im Garten oder am Tisch und geben ihr Ständchen: kleine Ensembles, meist mit Gesang, manchmal gar nur ein Sänger, sich selbst mit spärlichem Instrumentarium begleitend.

Diese Szenen sind so prägnant und beliebt, dass sie natürlich auch den Konzertsaal und die Opernbühne erreicht haben: Ob Schuberts berühmtes Ständchen "Leise flehen meine Lieder" oder Brahms, der ein "Ständchen" und ein "vergebliches Ständchen" komponiert, ob Ravels "Morgenständchen des Spaßmachers", Berlioz' "Ständchen eines Liebhabers in den Abruzzen" oder Mozarts Ständchen des Don Giovanni, da wird geworben und geschmeichelt, gelobt und gejubelt.

Nicht zu vergessen, dass der Minnesang des 12. bis 14. Jahrhunderts die Ständchen-Szene in ein eigenes lyrisch-literarisches Genre gegossen hat; und ebenfalls nicht zu vergessen ist das wohl berühmteste aller Ständchen: Happy Birthday und seine endlosen Jazzversionen.

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