Straßenzug in Dover, Kunstwerk von Banksy

AFP/DANIEL LEAL-OLIVAS

EU, Dover, Niederlande

Ein, kein oder welches Sozialmodell für die EU? +++ Der "harte"-Brexit - ein Horrorszenario für Dover +++ Operation "Black Tulip" - Vertreibung aus den Niederlanden nach 1945 - Moderation: Brigitte Fuchs

Ein, kein oder welches Sozialmodell für die EU?

Beim EU-Sozialgipfel in Göteborg vor knapp zwei Wochen wurde die sogenannte Soziale Säule unterzeichnet: Die Charta schreibt unter anderem das Recht auf Chancengleichheit, faire Arbeitsbedingungen, gerechte Entlohnung und Bildung vor. Auch wenn die Erklärung rechtlich unverbindlich ist, so zeigt der Schritt doch eines: Die Diskussion um die künftige Gestaltung des sozialen Europa nimmt an Fahrt auf. Der Traum vor einem einheitlichen europäischen Sozialmodell ist schon alt, doch genauso alt sind die Zweifel, ob dieses Vorhaben je gelingen kann - zu unterschiedlich sind die Systeme in den einzelnen Mitgliedsstaaten. Eine hochkarätig besetzte Diskussionsrunde - gemeinsam veranstaltet von der Bertelsmann Stiftung, der Arbeitsgemeinschaft für wissenschaftliche Wirtschaftspolitik (WIWIPOL) und dem Europäischen Bureau für Politikberatung und Sozialforschung - hat sich unlängst in Wien die Frage gestellt, wie es weitergehen soll mit der europäischen Sozialpolitik und welchen Beitrag Österreich dazu leisten könnte. (Cornelia Krebs)


Der "harte"-Brexit - ein Horrorszenario für Dover

Die Brexit-Verhandlungen verlaufen ausgesprochen zäh, auch wenn beide Seiten weiter ihren Willen zu einer Einigung betonen. Im "worst case", im schlimmsten Fall, verlässt Großbritannien jedoch ohne ein Scheidungs- und Zukunftsabkommen die EU. Für den Handel zwischen dem Vereinigten Königreich und dem Kontinent wäre das fatal. Vor Dover, dem wichtigsten Fährhafen im Südosten Englands, drohen dann kilometerlange Lkw-Staus auf der Autobahn. Ein Horror für die Einwohner, für die Spediteure und für die Unternehmen, die ihre Produkte auf diesem Weg auf den Kontinent transportieren. Stephanie Pieper hat in Dover die Vorbereitungen auf den Brexit erkundet.


Operation "Black Tulip" - Vertreibung aus den Niederlanden nach 1945

Am 5. Mai 1945 gingen für die Niederlande der Zweite Weltkrieg und die nationalsozialistische Herrschaft zu Ende. Nach fünf Jahren deutscher Besatzung war das Land wirtschaftlich stark geschwächt. Die Hafenstadt Rotterdam war zerstört, zehntausende Wohnungen lagen in Trümmern, die Vorräte waren geplündert. Im Oktober 1945 erklärte die niederländische Regierung dann alle Deutschen und Österreicher zu Staatsfeinden, die das Land verlassen sollten. Ein Jahr später wurde daraus die Operation "Black Tulip", bei der Tausende festgenommen und in Lagern inhaftiert wurden. Bis heute ist in den Niederlanden wenig über die Deportationen bekannt, von denen auch deutsche Jüdinnen und Juden betroffen waren. Viele Akten sind vernichtet. Die Kulturanthropologin Angela Boone versucht die Vorgänge rund um die Operation "Black Tulip" zu rekonstruieren. Bis heute werden die Opfer dieser Deportationen in den Niederlanden nicht anerkannt. Bei der Simon Wiesenthal Conference, die diese Woche in Wien stattgefunden hat, präsentierte Angela Boone ihre Erkenntnisse. Marlene Nowotny hat mit ihr gesprochen

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