Leutnant Gustl: ein "autoritärer Charakter" um 1900

"Leutnant Gustl" von Arthur Schnitzler. Mit Wolfgang Weiser, Rudolf Schücker, Helmut Wlasak, Gretl Fröhlich, Brigitte Schmuck, Emo Cingl u.a., Musik: Bert Breit, Bearbeitung und Regie: Otto Grünmandl (ORF Vorarlberg, 1967)

Der junge Leutnant Gustl ist von einem Bäckermeister in seiner Ehre tödlich gekränkt worden. Da ein Duell mit einem nicht satisfaktionsfähigen Zivilisten für einen Offizier unmöglich ist, glaubt Gustl, sich erschießen zu müssen, um nicht mit der Schmach leben zu müssen. Otto Grünmandl hat 1967 aus Schnitzlers berühmtem Monolog ein vielstimmiges Hörspiel gemacht.

Schnitzlers Novelle erschien 1900 in der Weihnachtsbeilage der Neuen Freien Presse. Seine Kritik am Militarismus und seine literarische Diagnose eines "autoritären Charakters" führte zu heftigen Polemiken gegen Schnitzler. Weil er die "Standesehre" der Armee geschädigt hätte, wurde Leutnant Schnitzler von einem Ehrengericht des Offiziersrangs enthoben und zum gewöhnlichen Soldaten degradiert.

"Lieutenant Gustl ist einer der allerersten Texte der Weltliteratur, die in Kenntnis psychoanalytischer Thesen zum Unbewussten verfasst worden sind. ... Seine Figur drückt Gedanken und Gefühle gleichsam unmittelbar aus, in der ersten Person und im Präsens; diese in der deutschen Literatur bis dato noch nicht dagewesene Erzählform sollte man dann den ‚Inneren Monolog' nennen". (Konstanze Fliedl).

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LEUTNANT GUSTL

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