Von den Borromäischen Inseln zur Via del Silenzio

Ambiente Spezial: Isola Bella, Isola Madre und Isola San Giulio - Eine Reise zur Inselwelt der oberitalienischen Seen Lago Maggiore und Lago d'Orta. Von Ursula Burkert

Im italienischen Teil des Lago Maggiore in der Bucht von Verbania liegen insgesamt fünf Inseln. Die sogenannten Isole Borromee waren unbewohnt, bis sie in den Besitz des einflussreichen Adelsgeschlechtes der Borromäer gelangten, die das Umfeld des Lago Maggiore beherrschten. Einer der Felsbrocken wurde im 17. Jahrhundert sukzessive zur Isola Bella, zur "schönen Insel" mit aufgeschütteten Terrassen, einem Barockpalazzo und blühenden Gärten umgestaltet. Heute noch wird die Isola Bella von den Nachfahren der Borromeo im Sommer bewohnt und bewirtschaftet. Denn der prunkvolle Palast und die Parkanlagen, die weiße Pfauen bevölkern, sind ein zu besichtigendes Gesamtkunstwerk.

Die Borromäer gestalteten auch die weiter draußen im See liegende Isola Madre. Das ursprüngliche Herrenhaus aus dem Jahr 1501 wurde 80 Jahre später zu einem Renaissance Palast erweitert, samt Garten im englischen Stil. Dort gedeihen neben Libanonzedern und chinesischen Teebäumen auch riesige Azaleen und Rhododendren. Goldfasane, Pfauen und Papageien nähern sich ohne Scheu den Besuchern. Bereits 150 Jahre alt ist der sogenannte "Schönste Baum" der Welt, eine Kaschmirzypresse, die 2006 bei einem Tornado umgerissen wurde, aber durch eine einzigartige Rettungsaktion wieder aufgerichtet werden konnte.
Während die Borromäischen Inseln auf dem Lago Maggiore - alle gut per Schiff erreichbar - besonders in den Sommermonaten zu einem touristischen Hotspot geworden sind, bemüht man sich auf der Isola San Giulio auf dem benachbarten Lago d'Orta mit Hilfe der "Via del Silenzio" um Stille. Der Rundweg um die Benediktinerinnen-Abtei Mater Ecclesiae, der von den findigen Nonnen mit viersprachigen Tafeln mit Sinnsprüchen ausgestattet wurde, lädt zur gedanklichen Einkehr ein. Die Nonnen treten zwar selten in der Öffentlichkei auf, sind aber wirtschaftlich höchst erfolgreich. Sie betreiben Kunsthandwerk und stellen kunstvolle Parameter her, Textilien, die in der Liturgie Verwendung finden. Und mit etwas Glück hört man sie mit engelsgleichen Zungen bei Messen in der Basilica di San Giulio im Chor singen.

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