Barry Barish und Kip Thorne

AP/JAE C. HONG

Gravitationswellen: Ein neues Fenster ins Universum

Die Nobelpreise 2017 - Physik
Von Robert Czepel

Jeder hat das schon einmal gemacht: Einen Stein in einen Teich geworfen und zugesehen, wie anschließend kreisförmige Wellen über die Wasseroberfläche laufen. Und Vergleichbares müsste auch für kosmische Ereignisse gelten, dachte sich Albert Einstein bereits 1916. Gravitationswellen nannte er dieses Phänomen, das die Raumzeit, sozusagen das große Meer des Kosmos, erschüttern sollte, wenn beispielsweise zwei Schwarze Löcher miteinander verschmelzen. - Der direkte Nachweis gelang aber erst ein Jahrhundert später der internationalen Großkollaboration LIGO. Anfang 2016 wurde die Sensation bekannt gegeben - und die Königlich-Schwedische Akademie reagierte in diesem Fall äußerst rasch. Physiknobelpreis 2017 für die beiden Vordenker und Gründungsväter und den langjährigen Direktor von LIGO: Rainer Weiss, Kip Thorne und Barry Barish. Keine große Überraschung, da Gravitationswellen einen völlig neuen Blick ins Universum ermöglichen. Auf Objekte, die kein Licht aussenden, und Ereignisse, die älter als das Licht sind. Neue Erkenntnisse über Schwarze Löcher oder den Urknall, um nur zwei Beispiele zu nennen, sind zu erwarten.

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