Richard Henderson

AP/FRANG AUGSTEIN

Kryoelektronenmikroskopie: Ein kühler Blick auf die Moleküle des Lebens

Die Nobelpreise 2017: Chemie
Von Birgit Dalheimer

Der Preis würdigt eine coole Methode, die Moleküle des Lebens sichtbar zu machen, hieß es bei der Bekanntgabe der diesjährigen Chemie-Nobelpreisträger Jacques Dubochet, Joachim Frank und Richard Henderson. - Der Mensch besteht zum größten Teil aus Wasser. Alles, was in jeder Zelle unseres Körpers passiert, geschieht in wässriger Lösung und im Nanometerbereich. Lange waren die kleinsten Einheiten des Lebens in ihrer natürlichen Umgebung nicht sicht- bzw. darstellbar. Unter dem Kryoelektronenmikroskop wurden erstmals gefrorene Biomoleküle sichtbar. Damit können nicht nur einzelne Proteine optisch aufgelöst werden. Spielt man einzelne Standbilder wie einen Film ab, kann man Molekülen auch bei der Arbeit zusehen. Eine methodische Revolution in der Strukturbiologie. Erst kürzlich wurde beispielsweise das Zika-Virus mithilfe des preisgekrönten Verfahrens genau analysiert.

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