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JOHAN JARNESTAD/THE ROYAL SWEDISH ACADEMY OF SCIENCES

Gewinn ist nicht alles: Warum Menschen irrational handeln

Die Nobelpreise 2017 - Wirtschaft
Von Marlene Nowotny

Geht es ums liebe Geld, verhalten sich Menschen möglichst rational - könnte man meinen. Dass dem nicht so ist, demonstrierte der US-amerikanische Ökonom Richard H. Thaler über Jahrzehnte in seiner Forschung. Für seine Erkenntnisse erhält der Pionier der Verhaltensökonomie den Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften 2017.

Thaler konnte zeigen, warum sich Menschen in wirtschaftlichen Belangen nur selten so verhalten, wie herkömmliche ökonomische Theorien es prognostizieren. Weil es uns nicht ausschließlich um Gewinnmaximierung geht, agieren wir vorhersagbar irrational.

Zwei Beispiele: Während eines Regensturms die Preise für Regenschirme zu erhöhen, finden wir ungerecht und kaufen deswegen nicht. Sinken die Benzinpreise, sparen manche Autofahrer/innen kein Geld, sondern geben es für teureres Premiumbenzin aus.

Größere Bekanntheit erlangte der heute 72-jährige Wirtschaftswissenschafter schon vor dem Nobelpreis. Thaler prägte gemeinsam mit dem Harvard-Rechtswissenschaftler Cass Sunstein den Begriff des "nudging". Ein kleiner "Stups" - und irrational handelnde Konsument/innen treffen optimale Entscheidungen. Eine Technik, von der allerdings auch das Marketing profitiert.

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