Ein Minenarbeite in einer Mine in der Nähe von Johannisburg

AFP / PABALLO THEKISO

Vom Schicksal afrikanischer Minenarbeiter

Das Massaker von Marikana. Südafrikanische Minenarbeiter auf der Suche nach Gerechtigkeit. Feature von Johannes Gelich (SWR/ORF 2017).

Am 16. August 2012 wurden in der südafrikanischen Bergbauregion Marikana 34 Minenarbeiter während eines Streiks erschossen. Das Massaker erinnerte an die schlimmsten Verbrechen der südafrikanischen Apartheid-Regierung wie den Mord an Schülern und Studenten während des Aufstandes in Soweto 1976.

Längst überwunden geglaubte Strukturen des Apartheid-Regimes scheinen in Form des globalisierten Wirtschaftssystems noch immer fortzudauern: Der deutsche Chemiekonzern BASF ist der Hauptabnehmer des englisch-südafrikanischen Bergbauunternehmens Lonmin und bezieht aus den Minen von Marikana den wertvollen Rohstoff Platin im Wert von zwei Millionen Euro täglich. Das Edelmetall ist für die verarbeitende Autoindustrie von elementarer Bedeutung und findet etwa für Katalysatoren von PKWs Verwendung.

Die Minenarbeiter können indes von sauberer Luft nur träumen: Sie schürfen das Platin unter gesundheitsgefährdenden Bedinungen und leben in slumähnlichen Verhältnissen. Als sie im August 2012 für höhere Löhne demonstrierten, wurde der Streik von der südafrikanischen Polizei blutig niedergeschlagen, 34 Minenarbeiter kamen dabei ums Leben. Eine Gruppe von NGOs versucht seit 2015 durch den jährlichen Besuch der Aktionärsversammlung von BASF in Mannheim, an das Massaker und den Konzern an seine Lieferkettenverantwortung zu erinnern.

Der Konzern BASF bekennt sich in seiner Selbstbeschreibung ausdrücklich zu seiner sozialen Verantwortung: "We create chemistry for a sustainable future". Ob damit auch eine nachhaltige Zukunft der Bergarbeiter von Marikana gemeint ist, darf bezweifelt werden.

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