In der Mitte: Carles Puigdemont

AFP/RICCARDO PAREGGIANI

Katalonien, OSZE-Konferenz, Sacharow-Preis, Volksschullehrer

Katalonien vor neuen Unstimmigkeiten? +++ Die Herausforderung liegt eigentlich in China +++ EU-Parlament ermutigt Venezuelas Opposition +++ Volksschullehrer, männlich, zu vermieten - Moderation: Brigitte Fuchs


Katalonien vor neuen Unstimmigkeiten?

Kommende Woche findet in Katalonien eine vorgezogene Regionalwahl statt. Sie ist notwendig geworden, nachdem die Regierung unter Carles Puigdemont wegen eines illegalen Referendums und der einseitigen Unabhängigkeitserklärung abgesetzt wurde. Puigdemont, der sich ins Ausland geflüchtet hat, kandidiert als Spitzenkandidat seiner Partei. Er hofft neuerlich auf eine separatistische Mehrheit im Parlament von Barcelona und will an seinem Ziel festhalten, Katalonien in die Unabhängigkeit zu führen. Josef Manola berichtet von einem knappen Rennen, denn Befürworter und Gegner der Trennung von Spanien halten sich die Waage.


Die Herausforderung liegt eigentlich in China

In Wien hat vergangene Woche die Ministerkonferenz der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit stattgefunden, überschattet wurde sie wieder einmal vom Konflikt in der Ukraine. Die eigentliche Herausforderung für Europa sei aber gar nicht der Konflikt zwischen den verschiedenen europäischen Staaten, sondern wie Europa weltweit präsent und relevant bleiben kann. Das findet zumindest der renommierte Schweizer Sicherheitsforscher Christian Nünlist von der ETH Zürich. Im Gespräch mit Markus Müller zieht Nünlist Bilanz über die Konferenz und auch den österreichischen Vorsitz der OSZE in diesem Jahr.


EU-Parlament ermutigt Venezuelas Opposition

Der diesjährige Sacharow-Preis für geistige Freiheit wurde am Mittwoch in Straßburg feierlich verliehen. Er geht an die venezolanische Opposition: zahlreiche Oppositionspolitiker sitzen in dem krisengebeutelten Land in Haft, Präsident Nicolas Maduro hat das Parlament de facto entmachtet, Sicherheitskräfte gehen gewaltsam gegen Protestierende vor. Doch die Auszeichnung der venezolanischen Opposition mit dem Sacharow-Preis, mit dem mutige Kämpfer/innen für die Menschenrechte geehrt werden, ist nicht unumstritten. Die Linksfraktion und die französischen Grünen haben dagegen protestiert, da unter den Oppositionellen auch rechtsextreme Gruppen seien. Elisa Vass hat mit venezolanischen Oppositionspolitikern gesprochen, die den Preis entgegengenommen haben.


Volksschullehrer, männlich, zu vermieten

Männer sind an österreichischen Volksschulen nach wie vor selten anzutreffen: Nur neun Prozent der Lehrkräfte sind männlich, in Wien sind es gar nur 7,5 Prozent. Nicht viel anders ist die Situation bei unseren deutschen Nachbarn, wo die Volksschule Grundschule heißt. Auch Deutschland kommt in dieser Schulform nur auf 12 Prozent männliche Lehrkräfte. Zumindest im Stadtstaat Bremen, dem kleinsten deutschen Bundesland, sieht das inzwischen anders aus. Dort können "männerlose" Grundschulen Lehramtsanwärter quasi anmieten. Die Master- und Promotions-Studenten unterstützen dann ein Jahr lang ihre Kolleginnen im Unterricht. Seit mittlerweile fünf Jahren gibt es das Projekt "Rent a Teacherman", Christoph Kersting hat es sich näher angeschaut.








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