Beschlagnahmte Kunstwerke

AP

Geplündert und verwertet

Geraubtes Kulturgut in der Alpen-Adria-Region
Von Gabriele Anderl

Die großen politischen Zäsuren im 20. Jahrhundert - die Verschiebung von Grenzen, die Besetzung und Abtrennung von Gebieten - haben die Alpen-Adria-Region nachhaltig geprägt. Vor allem die kriegerische Expansion des nationalsozialistischen Deutschland war mit der systematischen Enteignung von Kulturgütern verbunden.

Betroffen waren Kunstsammlungen und Bibliotheken ortsansässiger Jüdinnen und Juden ebenso wie Umzugsgüter jüdischer Flüchtlinge aus Deutschland und Österreich. Statt in die Zielländer verschifft zu werden, wurden die Übersiedlungslifts mit Hausrat und persönlichen Erinnerungsstücken im Hafen von Triest 1944 beschlagnahmt und zugunsten des Deutschen Reiches verwertet.

Die Behörden des faschistischen Italien hatten durch die Erfassung von Vermögenswerten bereits wichtige Vorarbeiten für die Raubzüge geleistet. Viele Fragen von Restitution und Entschädigung sind bis heute offen.

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