Otto Lechner

ORF/JOSEPH SCHIMMER

Otto Lechner, der Akkordeonist im Porträt

Kafkas Gitterkäfig. Oder: Blind im Dienst der Musik. Der Akkordeonist Otto Lechner. Von Mahmoud Lamine und Adam Lamine

Sein erstes Akkordeon war "so ein Spielzeugding mit bunten Tasten" und lag unterm Weihnachtsbaum. Ein Zufallsgeschenk, das scheinbar zur richtigen Zeit kam. Er war drei Jahre alt und von Geburt an schwer sehbehindert. Da sich in der Nähe seines Heimatortes Gansbach bei Melk kein Kindergarten befand, hatte Otto Lechner sehr viel Zeit für sich allein. Zeit, "die man einfach füllen musste mit irgendwas und das hab ich sehr oft mit Musik getan".

Die Leidenschaft für die Musik wurde immer stärker - er spielte auf Hochzeiten, Geburtstagen oder bei Hauern in der Wachau. Heute zählt der Anfang 50-jährige Komponist und Akkordeonist zu den wichtigsten Musikern des Landes. "Und kaum ein anderer schöpft die klanglichen Möglichkeiten des Instruments so sehr aus: Lechner trommelt auf seiner Quetsch'n wie auf einem Perkussionsinstrument, integriert das Schnaufen des Balges in seine Musik, lässt das Ding klingen wie dereinst Jimi Hendrix seine Gitarre, samt Wah-Wah-Pedal", schreibt "Der Falter".

Mahmoud Lamine und Adam Lamine haben Otto Lechner und seine Lebensgefährtin, die Schauspielerin Anne Bennent, in ihrem Haus in Gars am Kamp besucht. Und sie haben Weggefährt/innen und Freund/innen befragt: Christoph Prisching, den Betreiber des Wiener Miles Smiles Jazz Café, die Gitarristin und Sängerin Ljubinka Jokic und den Landart-Künstler Stefan Sakic.

Redaktion: Eva Roither
Ton: Martin Leitner

Sendereihe