Galaxie mit kosmischer Hintergrundstrahlung

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Ein vielstimmiges Echo des Urknalls

Die kosmische Hintergrundstrahlung
Von Armin Stadler

Das Licht bleibt - trotz des direkten Nachweises von Gravitationswellen - die Hauptinformationsquelle der Astronomen. Und je älter dieses Licht ist, desto weiter können sie in die Kosmosgeschichte zurückblicken. Vor mehr als einem halben Jahrhundert erreichten die beiden Amerikaner Penzias und Wilson diesbezüglich das Ende der Fahnenstange. Zufällig entdeckten sie die kosmische Hintergrundstrahlung. Es ist das Älteste, das man im Universum beobachten kann. Entstanden ca. 380.000 Jahre nach dem Urknall, als sich Materie und Strahlung entkoppelten. Wie ein infrarotes Lichtmeer durchflutet es noch heute jeden Winkel des Weltalls. Ein mit freiem Auge nicht sichtbares Nachglühen der frühen kosmischen Ursuppe und das wichtigste Indiz für die Richtigkeit des Urknallmodells. - Weil sich das Universum inzwischen enorm ausgedehnt und abgekühlt hat, ist die Temperatur der kosmischen Hintergrundstrahlung heute auf -270 Grad Celsius abgefallen. Aber sie ist nicht überall exakt gleich warm bzw. kalt. Diese winzigen Temperaturschwankungen lassen weitere Rückschlüsse auf die Strukturbildung im Universum zu. In den vergangenen Jahren vermaß der europäische Weltraumsatellit "Planck" die Schwingungsrichtung dieses ältesten Lichts. Mit diesen Daten wollen die Astronomen die Geburtsstube des Kosmos noch genauer ausleuchten.

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