Schon gehört?

Die Ö1 Club-Sendung
1.Theater im Kino
2.Von der Liebe und von Liebenden
3.Sprache und Akzente in der Kunst

Sein oder Nichtsein
Lust auf ein klassisches Drama am Silvesterabend ? Im English Cinema Haydn in Wien ist am 31. Dezember um 19 Uhr Shakespeares "Hamlet" zu sehen. Gezeigt wird eine Theaterproduktion aus dem Londoner Barbican Theatre, den Prinz von Dänemark spielt Benedict Cumberbatch, bekannt als Hauptdarsteller in der Fernsehserie "Sherlock". Das Stück beginnt vor dem noch geschlossenen Bühnenvorhang. Dort sitzt Benedict Cumberbatch als Hamlet vor einem aufgeklappten roten Plattenspieler und hört zu, wie Nat King Cole von "Fools and Kings", von Narren und Königen, singt. Seinen Racheauftrag wird dieser Mann mit maximaler Diskretion absolvieren. Den Mörder seines Vaters, König Claudius, bekämpft er mit aristokratischer Noblesse. Mit der verräterischen Mutter balgt er sich halb zärtlich und halb angeekelt auf dem Palastteppich und seine angebliche Geliebte, die seine Pläne bloß störende Ophelia, fertigt er wie eine lästige Bittstellerin ab. Regisseurin Lindsey Turner hat sich bei dieser Inszenierung völlig auf die Hauptfigur dieses Shakespearestückes konzentriert. Seine großen Monologe hält der Prinz stets im Lichte eines Scheinwerfers, während die Menschen um ihn herum im Dunkeln versinken und zu Statuen erstarren. Shakespeares "Hamlet", eine Produktion des Londoner Barbican Theater, zu sehen am Silvesterabend um 19 Uhr im Haydnkino in Wien, natürlich in englischer Sprache.

Liebe pur
Julia Frisch und Rudi Müllehner nehmen in ihrem Stück "Bis ans Ende der Nacht" ihr Publikum mit auf eine Reise durch die Welt der Liebe. Sie folgen nicht nur einem Speck- und einem Lachsbrot, die gerne eine Beziehung leben würden, sondern begeben sich auch auf die Spuren berühmter Liebender. Goethe steht ebenso im Mittelpunkt wie Marilyn Monroe, Alma Mahler-Werfel, Rainer Maria Rilke sowie Richard Burton und Elizabeth Tayler. Juila Frisch und Rudi Müllehner haben für die Tribüne Linz einen abwechslungsreichen und unterhaltsamen Abend mit Szenen, Lyrik und Liedern gestaltet. Zu sehen am Silvesterabend, diese Vorstellung ist aber schon ausverkauft sowie am 12., 20. und 27. Jänner.


Eine Auseinandersetzung mit der Sprache
In Innsbruck, in der Galerie im Taxispalais, sind Liebesgedichte mit Losungsworten von Sparbüchern des Wiener Künstlers Ulrich Nausner zu sehen. Ein ironisches Projekt, das Fachjargons von Rechts- und Bankenwesen aufs Korn nimmt. Diese Gedichte sind Teil der Ausstellung "Accentism", die den politischen Aspekt von Akzenten, von Sprache überhaupt aufgreift und sich mit ihrer ambivalenten Funktion der Zuschreibung von Identität und Herkunft beschäftigt. Der jordanische Künstler Lawrence Abu Hamdan reagiert in dieser Schau mit seiner Arbeit "Conflicted Phonemes" auf Dialekttests, die zur Feststellung der regionalen Herkunft somalischer Flüchtlinge angewendet werden. Und das Künstlerduo Angel Nevarez und Valerie Tevere spielen ein mehrfaches Pingpong von Akzenten und deren Klischees, indem sie einen alpinen Jodler als Operngesang in die kalifornische Wüste transferieren. Weit weniger unbekümmert ist das Rufen im "Shouting Valley" auf den Golanhöhen - dort dient es nämlich der Verständigung getrennter Familien über die Grenze hinweg. Die Ausstellung "Accentism" ist bis Ende Jänner in der "Galerie im Taxispalais" in Innsbruck zu sehen.

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Galerie im Taxispalais
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