Niels Bohr

AP/ALAN RICHARD

Kriminalfälle der Wissenschaft

Das Treffen von Kopenhagen
Der Fall Bohr - Heisenberg
Von Armin Stadler

Im September 1941 kommt es zwischen Niels Bohr und Werner Heisenberg im von den Nazis besetzten Kopenhagen zu einem historischen Treffen. Danach wird die Freundschaft zwischen dem Dänen und dem Deutschen, die gemeinsam am Fundament der Quantenmechanik gearbeitet haben, auf immer belastet sein. - In Kopenhagen stehen sich zwei Physiknobelpreisträger gegenüber, die durch Politik und Krieg getrennt wurden: Bohr, der bedrohte Architekt des modernen Atommodells mit jüdischen Vorfahren; Heisenberg, der Entdecker der Unschärferelation und klügste Kopf des deutschen Kernenergieprojekts.

Man bespricht die militärisch-moralischen Konsequenzen der eigenen Forschung. Aber schon nach kurzer Zeit bricht Bohr das Gespräch ab. Warum? - Über die Ursache des Zerwürfnisses streiten sich seither die Wissenschaftshistoriker. Klar ist: Es ging um den Bau und Einsatz der Atombombe. Aber Bohrs und Heisenbergs spätere Erinnerungen widersprachen sich in vielen Punkten. Eine Rekonstruktion des noch immer nicht restlos geklärten Falls.

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