Im Gespräch

"Demütigung und Scham werden zu Mitteln der Macht" - Renata Schmidtkunz im Gespräch mit der Historikerin Ute Frevert

Ute Frevert, geboren 1954 in Nordrhein-Westfalen, ist eine der bedeutendsten deutschen Historikerinnen. Seit 2008 leitet Frevert den Forschungsbereich "Geschichte der Gefühle" am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin. Dabei stehen Fragen im Zentrum, die von HistorikerInnen nur selten bearbeitet werden: Haben Gefühle eine Geschichte? Machen Gefühle Geschichte? Eines der Hauptanliegen dieses Forschungsbereiches ist es, der Normierung der Gefühle auf die Spur zu kommen. Denn die Gesellschaft gibt vor, was das Individuum fühlen darf/soll.

In ihrem jüngsten Buch, "Die Politik der Demütigung: Schauplätze von Macht und Ohnmacht", beschäftigt sich Ute Frevert mit einer besonderen Form der Emotion: der gezielten öffentlichen Vorführungen. Denn Demütigung vor Publikum, so Frevert, diene auch der Stabilisierung von Macht. D.h., der Pranger ist auch in der Moderne keineswegs abgeschafft.

Im Gespräch mit Renata Schmidtkunz analysiert Ute Frevert wie Emotionen den Lauf der Geschichte beeinflussten und bewusst benutz wurden, um Macht herzustellen und zu bewahren.

Service

Literatur von Ute Frevert:

"Die Politik der Demütigung. Schauplätze von Macht und Ohnmacht", S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2017

"Vergängliche Gefühle (Historische Geisteswissenschaften. Frankfurter Vorträge)", Wallstein Verlag, Göttingen 2013

"Vertrauensfragen. Eine Obsession der Moderne", C.H. Beck Verlag, München 2013

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