Hugo Wiener, Cissy Kraner

ORF

Vergangenheit und Zukunft: Cissy Kraner & Lisa Eckhart

"Es war nie mein Traum, im Kabarett Karriere zu machen" - zum 100. Geburtstag von Cissy Kraner. Gestaltung: Iris Fink

"Die Vorteile des Lasters" - das zweite Soloprogramm von Lisa Eckhart.
Gestaltung: Peter Blau

Sie konnte den Novotny nicht leiden, wohl aber den feschen Ferdl, der ihr den Vorderzahn einschlug, bis sie schließlich den Novak kennenlernte, der sie fortan stets vor allem Schlechten bewahrte. Begonnen hatte die Schauspielerin und Tanzsoubrette Cissy Kraner zwar an Wiener Kleinkunstbühnen, bald kamen aber Theaterengagements in Österreich und Holland. 1938 ging sie mit ihrem späteren Ehemann Hugo Wiener auf eine Tournee nach Südamerika. In Caracas überlebten sie nicht nur Naziherrschaft und Weltkrieg, sondern etablierten sich mit Chansons, die Hugo Wiener seiner Ehefrau auf den Leib schrieb. In der Nachkriegszeit kehrte das Ehepaar dennoch etappenweise nach Wien zurück, wo sie - nicht nur im "Simpl" - als symbiotisches Paar mit Klavier Kabarettgeschichte geschrieben haben. Cissy Kraner, bereits früh von Hugo Wiener wegen ihrer klugen Interpretation von Chansons bewundert, später von Karl Farkas als "meisterhafte Interpretin" tituliert, wurde schließlich von Hans Weigel mit dem Ehrentitel "Kammerdiseuse" geadelt.

Gleich mit ihrem ersten Soloprogramm "Als ob sie Besseres zu tun hätten" gelang der ehemaligen Poetry-Slammerin Lisa Eckhart der Grand-Slam des Nachwuchskabaretts: Innert eines Jahres wurde sie mit den vier wichtigsten und renommiertesten Kabarett-Förderpreisen des deutschsprachigen Raums ausgezeichnet. Die Verblüffung und Begeisterung, die sie mit ihrer charismatischen Erscheinung und ihrem präzisen, vielfältigen und hinterhältigen Sprachwitz auslöst, spiegeln sich in der jüngsten Jurybegründung wider: "Sie ist ein Gegenentwurf zur üblichen Mittelmäßigkeit. Sie widersetzt sich mit Verstand, Versmaß, Eloquenz und Logik". (Deutscher Kleinkunstpreis 2018 - Förderpreis). Am 9. Jänner präsentierte Lisa Eckart im Wiener "Kabarett Niedermair" nun ihr zweites, mit Spannung erwartete Soloprogramm "Die Vorteile des Lasters", in dem es - gemäß ihrem Motto "Kein Zweck heiligt das Mittelmaß" - in gebotener Heftigkeit und mit gewohnt heimtückischem Humor um Himmel und Hölle, Spaß und Sünde, Kunst und Konsum geht.

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Termine "Die Vorteile des Lasters"
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