Josef Hader und Alfred Dorfer

APA/GEORG HOCHMUTH

Alfred Dorfer und Josef Hader über Glanz und Elend der Satire

Im Zeit-Raum: Glanz und Elend der Satire
Johannes Kaup im Gespräch mit den Kabarettisten Alfred Dorfer und Josef Hader.
Aufgenommen am 18. Dezember 2017 im Großen Sendesaal des ORF RadioKulturhauses.
Bearbeitung: Haimo Godler

1919, in einer politisch unruhigen Zeit, in der Satiriker und Kabarettisten wegen ihres spöttischen Blicks auf die Politik staatliche Verfolgung und Repressalien zu befürchten hatten, schrieb Kurt Tucholsky in einem berühmten Aufsatz: "Was darf Satire? Alles!" - 100 Jahre später ist zumindest in Europa die politisch-gesellschaftliche Situation eine völlig andere.

Der Spielraum für öffentlich geäußerte humorvolle Kritik ist so groß wie noch nie und in der Regel werden Satiriker auch im Falle von Anklagen vom Rechtstaat im Namen der künstlerischen Meinungsfreiheit geschützt. Darf Satire wirklich alles? Sollte sie nicht auch gewisse Niveaugrenzen beachten? Und welche Verantwortung haben Satiriker im Allgemeinen?

Diese Fragen diskutiert Johannes Kaup mit zwei unbestrittenen Größen der heimischen Satire-Szene: Josef Hader und Alfred Dorfer. Am Beginn der kabarettistischen Biografie der beiden Ausnahmebühnenkünstler stand das tragikomische Theaterstück "Indien", das eine spezifisch österreichische Mischung aus "Lachen und Runterschlucken" darstellt. Das Stück wurde mit dem Österreichischen Kleinkunstpreis ausgezeichnet und 1993 von Paul Harather erfolgreich verfilmt.

Josef Hader wurde 1962 im oberösterreichischen Waldhausen geboren. Bereits 1990 erhielt er den "Deutschen Kleinkunstpreis". Nach dem Erfolg von "Indien" (verfasst mit Alfred Dorfer) tourte er ab 1994 mit seinem Solo-Programm "Privat" durch den deutschsprachigen Raum und erreicht damit ein sehr großes Publikum. Ab dem Jahr 2000 wirkte Hader als Schauspieler in zahlreichen Filmen mit: 2017 verkörperte er den Musikkritiker Georg in dem Film "Wilde Maus", bei dem er auch selbst Regie führte.

Alfred Dorfer wurde 1961 in Wien geboren. 1982 gründete er gemeinsam mit Peter Wustinger und Andrea Händler die Kabarettgruppe "Schlabarett", der ab 1985 auch Reinhard Nowak und Roland Düringer angehörten. 1989 beginnt die Zusammenarbeit mit Josef Hader mit dem Kabarett-Programm "Freizeitmesse", dem das Theaterstück und der Film "Indien" folgte.

Ab 1993 startet seine Kabarett-Solokarriere mit dem Programm "Alles Gute". Große Bekanntheitsgrade erreichte Dorfer durch die Filmproduktionen "Muttertag", "Freispiel", "Hinterholz 8", "Wanted" und der Fernseh-Serie "MA 2412". Ab 2004 lief im ORF die satirische Talkshow "Dorfers Donnerstalk", die Dorfer gemeinsam mit Florian Scheuba und Günther Paal gestaltete. Danach nahm er sein abgebrochenes Studium wieder auf: 2011 promoviert Dorfer mit seiner Dissertation "Satire in restriktiven Systemen Europas im 20. Jahrhundert". 2016 erhielt er den "Deutschen Kabarett-Preis". Ab Herbst 2017 ist er mit seinem neuen Solo-Programm "Und ..." Auf Tournee.

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