Türkische Soldaten

Associated Press

Kurden im Visier - Neue Kampfzone in Syrien

Über ein halbes Jahr lang hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan damit gedroht, seit gut einer Woche macht er ernst: Die türkische Armee und ihre syrischen Verbündeten greifen die kurdische Region Afrin im Nordwesten Syriens massiv an.
Diskussionsleitung: Cornelia Krebs

Mit Panzern und Bodentruppen sollen das Gebiet erobert und die Demokratische Unionspartei PYD und die kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG zerschlagen werden. Offizielles Ziel ist laut Erdogan die Errichtung einer 30 km breiten Sicherheitszone. Letztendlicher Anlass für den Militäreinsatz war wohl die Ankündigung der USA, mit Hilfe der YPG eine Grenzschutztruppe installieren zu wollen - ein Vorhaben, das von US-Seite mittlerweile relativiert wurde. Auch Russland hält sich weitgehend zurück, und auch der UN-Sicherheitsrat konnte sich Montag Abend nicht zu einer Forderung nach einem Ende der Militäraktion durchringen.
Für die Menschen im betroffenen Gebiet, vor allem die Jesiden, bedeuten die neuen Kampfhandlungen Angst und neues Leid. Die Tatsache, dass auch jihadistische Verbände auf Seite der Türken kämpfen, beunruhigt die Zivilbevölkerung. Worauf muss sich die Region noch einstellen? Und was bedeutet der türkische Vorstoß für die fragile Diplomatie und den Friedensprozess in Syrien?

Darüber diskutieren:

Hakan Akbulut, Österreichisches Institut für Internationale Politik
Walter Feichtinger, Landesverteidigungsakademie
Petra Ramsauer, Journalistin und Nahost-Expertin
Thomas Schmidinger, Politikwissenschafter

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