Musik - Medium - Message: Lukasz Szalankiewicz

Lukasz Szalankiewicz im Zeit-Ton Porträt. Gestaltung: Heinrich Deisl

Lukasz Szalankiewicz arbeitet mit - wie er es nennt - Medienobjekten: Fieldrecordings, Radiowellen, Pulsgeneratoren und Telekommunikationsgeräte sind seine bevorzugten Musik-Instrumentarien. Er zählt zu den profiliertesten Klangkünstlern Polens, war Kurator zahlreicher Festivals, ist Historiker, leitet einen Universitätslehrgang für Computerprogrammierung in Poznan und ist Betreiber des Labels Audiotong. Anlässlich des 20-jährigen Bühnenjubiläums seines Soloprojekts Zenial widmet der Zeit-Ton Szalankiewicz ein Porträt. Außerdem hat er für den Zeit-Ton extended am kommenden Ö1 Kunstsonntag eine Zusammenstellung mit polnischer Experimentalelektronik-Musik kuratiert.

Die Geister der Maschinen
In den frühen 1990ern war Lukasz Szalankiewicz in der Demo-Scene aktiv; man programmierte kurze Video-Sequenzen und Echtzeit-Animationen auf 8-Bit-Computersystemen. Daraus entwickelte sich sein Audiovisionsprojekt mit dem bezeichnenden Namen Palsecam. Seit 1998 ist Zenial Szalankiewiczs hautsächliches Arbeitsfeld, allein unter diesem Künstleralias hat er mehr als ein Dutzend Alben und einige Videos herausgebracht, die vor allem auf Zoharum erschienen. Das Album "Minotaur" (2015) wurde auch im renommierten "Computer Music Journal" des MIT besprochen. Er ist Mitglied der Polnischen Gesellschaften für Elektroakustische Musik (PSeME) und für Zeitgenössische Musik (ISCM). Nach Aufenthalten in Krakau und New York lebt Szalankiewicz seit einigen Jahren in Poznan.

In der Band Aabzu mit Maciej Szymczuk treffen Dub und Electronica aufeinander, Dizzy Kinetics ist ein Noise-Duo mit Marek Choloniewski und mit Patryk Gegniewicz erforscht er als Angst78 Grenzbereiche zwischen Elektro- und Psychoakustik. Szalankiewicz verfolgt einen Medienansatz, der Marshall McLuhan vielleicht gut gefallen hätte: Es gehe ihm, so der Künstler im Zeit-Ton-Interview, um die mythischen Grundlagen der Kommunikationstechnologien.

Vernetzungen
Szalankiewicz war an zahlreichen Festivals und Kunstausstellungen in Polen, China, Lateinamerika, Kasachstan und den USA beteiligt. Auf Vermittlung des Labels Laton spielte er des Öfteren in Wien und 2014 war er beim ORF musikprotokoll im steirischen herbst zu Gast. Zudem war er Mitbegründer des Krakauer Unsound Festivals, kuratierte das Musikprogramm des Laznia Zentrums für Zeitgenössische Kunst in Danzig und arbeitete für das Kulturzentrum Zamek in Poznan. Auf seinem Label Audiotong sind seit 2005 mehr als hundert Veröffentlichungen polnischer Musikschaffender herausgekommen.

Im Zeit-Ton Porträt erzählt Lukasz Szalankiewicz über seine künstlerische Arbeit, Medienarchäologie, künstliche Intelligenz und seine Vorliebe für trashige Science-Fiction, abgründige Popkultur und Black Metal.

Service

Zenial

Playlist

Titel: Zeit-Ton
Länge: 56:43 min

Sendereihe

Gestaltung