Menschen in Rawalpindi stehen nach einigen Erdbeben auf der Straße

AP/ANJUM NAVEED

Kein Ende der Gewalt in Afghanistan

Afghanistan kommt nicht zur Ruhe +++ Islam - Quo vadis? +++ Vergessene Opfer - Die österreichischen Roma während des Nationalsozialismus. - Moderation: Alexandra Mantler

1. Afghanistan kommt nicht zur Ruhe

Ein Erdbeben der Stärke 6,1 hat heute Afghanistan und Pakistan erschüttert. Hunderttausende Menschen liefen aus ihren Häusern, die in der Region oft schlecht gebaut sind und bei Erbeben regelmäßig Opfer unter sich begraben. Doch auch die Gewalt von Menschenhand scheint in Afghanistan kein Ende zu nehmen. Die Anschläge der vergangenen Tage und Wochen haben die Hoffnungen auf eine Beruhigung der Lage in dem bitterarmen, zentralasiatischen Land weiter schwinden lassen. Nach fast 40 Jahren Krieg, Umstürzen und Bürgerkrieg ist die Sicherheitslage in Afghanistan äußerst angespannt. Die extremistischen Taliban, die fast überall im Land operieren, richten ihre Angriffe gegen Truppen der NATO und ausländische Einrichtungen, ebenso wie afghanische Soldaten und Polizei-Einheiten, wobei es zahlreiche zivile Opfer gibt. Und auch die Terrororganisation des IS, des sogenannten Islamischen Staates, hat nach ihrer Niederlage im Nahen Osten einen Ableger in Afghanistan gebildet. Vor allem der IS ist für Angriffe auf religiöse Minderheiten verantwortlich, und in den Provinzen ist die Lage für Frauen, die außer Haus einem Beruf nachgehen, gefährlich. Lise Abid hat unter anderem mit dem früheren afghanischen Präsidenten Hamid Karzai über die jüngsten Entwicklungen gesprochen. - Gestaltung: Lise Abid


2. Islam - Quo vadis?

Wird das Kopftuch von muslimischen Aktivisten und Aktivistinnen zu sehr sexualisiert? Wo endet die Religionsfreiheit? Und sind die Moscheen in Europa bald leer, weil die Jugend weg bleibt? Gehört der Islam zu Europa und was genau soll ein europäischer Islam sein? Fragen, die mittlerweile dauerhaft auf diversen Foren und in vielen Veranstaltungen diskutiert werden, seriös genauso wie polemisch. Eine Veranstaltung des österreichischen Integrationsfonds hat sich erst kürzlich wieder dem Thema angenähert. Am Podium saßen der Islamwissenschaftler Mouhanad Korchide, die Politikwissenschaftlerin Nina Scholz, die Leiterin der Sektion Integration im Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres, Susanne Raab und der Leiter des Kultusamtes im Bundeskanzleramt Oliver Henhapel. - Gestaltung: Judith Fürst


3. Vergessene Opfer - Die österreichischen Roma während des Nationalsozialismus

Der 27. Jänner, der Gedenktag der Befreiung des KZ Auschwitz, wurde auch heuer wieder auf Anregung der Vereinten Nationen als "Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust" begangen. Eine der Opfergruppen, die nicht primär im Focus standen, sind die Roma; Roma als international anerkannter Sammelbegriff für unterschiedliche ethnische Gruppen. Die sogenannten "Nürnberger Rassengesetze" gaben den Nationalsozialisten den Vorwand, gemeinsam mit Jüdinnen und Juden auch Roma systematisch zu verfolgen und zu töten. Insgesamt wurden während der NS-Zeit eine halbe Million Roma in Europa ermordet. Dieser Genozid, auch "Roma-Holocaust" genannt, wurde erst im Jahr 2015 vom Europäischen Parlament anerkannt. Neun von zehn österreichischen Roma kamen während dieser Zeit ums Leben.
Vor 1938 lebten etwa 12.000 Personen, die von der Polizei als sogenannte "Zigeuner" erfasst wurden, in Österreich, davon mehr als drei Viertel im Burgenland. - Gestaltung: Maria Harmer

Service

Institut für Iranistik
Österreichischer Integrationsfonds
Romano Centro
Roma Service
Roma2000
Volksgruppen ORF.at: Roma

Sendereihe

Gestaltung