Riesenrad bei Nacht

APA/HANS PUNZ

Warum träumen wir?

Gestaltung: Katrin Mackowski

Träume sind kein kognitiver Trash und auch kein Nervengewitter unseres Gehirns. Das steht für Neurowissenschaftler fest. Der amerikanische Forscher Alan Hobbson sieht im Traum eine wichtige Funktion für das Wachbewusstsein. Der Traum macht uns fit für die Realität. Sogar mehr: er fördert unsere Fähigkeit zu denken.

Der Wiener Psychiater Gerald Pail lehnt sich an diese These an und beschreibt mit Denkmodellen des Psychoanalytikers Wilfred Bion, wie wir im Schlaf Traum-Modelle von Ideen, Erlebnissen und Gefühlen durchspielen, damit wir psychisch funktionieren. Sind Träume also keine Botschaften, keine magischen Weissagen unserer Seele? Träumende erzählen in dieser Sendung. Sie beschrieben ihre Albträume, Angstsituationen, aber auch Träume nach dem Tod eines nahen Verwandten.

Was das bedeutet, weiß nur der Träumende selbst, weiß die Wissenschaft der Psychoanalyse.
Sigmund Freud jedenfalls entzauberte als erster das Phänomen Traum und bestimmte seine Struktur. Er fand: in Form von Verdichtung, Verschiebung und Entstellung zeigen sich unsere unbewussten, verborgenen Wünsche und Konflikte. Doch wie diese Struktur enträtseln? Der Psychoanalytiker Daru Huppert ist in das Riesenrad im Wiener Prater gestiegen und erklärt an diesem Ort des Vergnügens und der infantilen Wünsche, warum die Traumdeutung Freuds heute noch aktuell ist. Wer allerdings glaubt in seinem Traum, selbst Regie führen zu können - zwischen Wachen und Schlafen, hört die Traumforscherin Brigitte Holzinger über das luzide Träumen sprechen, einem Zustand, der sich an der Grenze des Bewusstseins abspielt.

Ein Salzburger Nachtstudio von Katrin Mackowski

Sendereihe