Das Theater der Sterne

Shakespeare als Zeitgenosse Galileis
Von Armin Stadler

1564 werden im Abstand von zehn Wochen zwei Jahrhundertgenies geboren: Galileo Galilei und William Shakespeare. Der Italiener begründet die moderne Physik und experimentelle Astronomie, der Engländer verfasst Tragödien und Komödien, die ihn zum bekanntesten und meistgespielten Bühnenautor aller Zeiten machen. "Hamlet" und die anderen Meisterwerke entstehen in einer Epoche des geistigen Umbruchs, in der mittelalterlicher Aberglaube und empirischer Erkenntnisdrang, religiöse Dogmen und naturwissenschaftlicher Rationalismus aufeinanderprallen.
Als Shakespeare dichtet, richtet Galilei zum ersten Mal ein Fernrohr in den Himmel. Und was der Astronom aus Pisa entdeckt - Krater auf dem Mond, Gestirne um den Jupiter, Flecken auf der Sonne und tausende Sterne - erzwingt ein neues Weltbild. Im Universum soll nun die Sonne, umkreist von der Erde, im Zentrum stehen. - Hat Shakespeare, der große Unbekannte aus Stratford, die kopernikanische Wende, die wissenschaftlichen Fortschritte der Zeit und die Erkenntnisse Galileis wahrgenommen? - Eine biografische Doppelnotiz und eine Beziehungsgeschichte zwischen Literatur und Wissenschaft.

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