Lichtspiele

ORF/JOSEPH SCHIMMER

Von der "Rauchrolle" bis zum "Disapointinger"

Mehrsprachigkeit in Österreich
Von Lena Hallwirth

Vielen ist die Sprache der österreichischen Jugend "vong (1) ihrer Grammatik und Rechtschreibung her" ein Graus. Andere finden es lit (2), wie Jugendliche Dialekte und Fremdsprachen mit ihrer Muttersprache mischen. Forschende der Universität Graz untersuchen, wie Jugendliche in Österreich sprechen und kamen zu dem Ergebnis: Eine Jugendsprache gibt es nicht, es gibt viele verschiedene. Über die Sprache zeigen Jugendliche, zu welcher sozialen Gruppe sie gehören.

Bereits vor mehr als einem Jahrhundert war die Sprache in Österreich ein wesentliches Merkmal sozialer Zugehörigkeit. In der k.u.k.-Armee wurden elf verschiedene Regimentssprachen gesprochen. Daneben entwickelten sich verschiedene Mischformen wie das "Armee-Slawisch". Während des 1. Weltkriegs stieß das System allerdings an seine Grenzen, und das Misstrauen unter den Soldaten wuchs. Nur wer Deutsch sprach galt als loyal zu Österreich. - Wie haben sich die verschiedenen Sprachen in Österreich bis heute gegenseitig beeinflusst? Hat sich der Umgang mit sprachlicher Vielfalt hierzulande verändert?

(1) "vong": Spaßausdruck und wird von Jugendlichen in Kombination mit "her" verwendet, also zum Beispiel: "Ich bin Germanistin vong Beruf her."
(2) "lit": kommt aus dem Englischen, wo "beleuchtet/angezündet" bedeutet. Es ist ein entlehntes Wort für "super", "toll", "genial" oder ähnliches.)

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