Mit der rechten Hüfte kreisen, damit die linke Schulter nicht mehr weh tut

1. Feinste Wahrnehmung als Weg zu mehr Leistung und Schmerzfreiheit - Neuroathletik Teil 2
2. Gewebe und Organe aus dem 3D-Drucker - Medizinische Revolution oder doch nur ein Hype?

1. Feinste Wahrnehmung als Weg zu mehr Leistung und Schmerzfreiheit - Neuroathletik Teil 2

Spätestens seit unserem ersten Beitrag zum Thema "Neuroathletik" vor zwei Wochen ist diese junge Trainings- und Therapiedisziplin hierzulande nicht mehr ganz unbekannt. Noch einmal die Grundidee: Für den menschlichen Bewegungsapparat sind Nerven und bestimmte Zentren im Gehirn mindestens so wichtig, wie Knochen und Knorpel, Muskeln und Sehnen, Bänder und Bindegewebe. Neuroathletik wurde - wie der Name verrät - als Trainingsmethode für den Spitzensport entwickelt. Und zwar um die Jahrtausendwende vom US-amerikanischen Humanbiologen, Trainer und Chiropraktiker Eric Cobb. Es werden drei unserer Sinne dazu benutzt, um bessere Leistungen zu erbringen: die Augen, die Körperwahrnehmung - auch propriozeptives System genannt - und der Gleichgewichtssinn. Dann stellte sich heraus, dass diese Übungen auch in der Rehabilitation und zur Schmerzbekämpfung geeignet sind. Neuroathletik wird wissenschaftlich erst erforscht - die Wirkmechanismen sind größtenteils nicht geklärt. Im ersten Teil haben wir darüber berichtet, wie sich die Physiotherapie unsere Augen zunutze macht, um Verletzungen und Fehlfunktionen des Bewegungsapparates schneller in den Griff zu bekommen. Im heutigen Beitrag von Christian Kugler arbeitet Physiotherapeut Roman Pallesits mit der Körperwahrnehmung und dem Gleichgewichtssinn.

2. Gewebe und Organe aus dem 3D-Drucker - Medizinische Revolution oder doch nur ein Hype?

2014 ging ein Bild um die Welt. Daniel Omar, ein 14-jähriger sudanesischer Hirte, verlor im März 2012 bei einem Bombenangriff seinen rechten Arm und seinen linken Unterarm. In einem Artikel der Zeitung Time sagte er: "Ich kann gar nichts machen, niemandem helfen, falle meiner Familie zur Last". Wenn er die Wahl hätte, wäre er bei der Explosion lieber gestorben. Mick Ebeling, der Gründer einer kalifornischen gemeinnützigen Organisation las diesen Artikel und reiste 2013 in den Sudan. Mit einem 3D-Drucker stellte er eine Unterarmprothese für Daniel her, der erstmals seit zwei Jahren wieder selbstständig essen konnte. Durch dieses Bild erfuhren die meisten Menschen erstmals von der Existenz und den Möglichkeiten des 3D-Druckes. In vielen technischen Bereichen ist der 3D-Druck bereits eine Schlüsseltechnologie, Stichwort Weltraumfahrt. Auch in der Medizin erwartet man sich spektakuläres. Michaela Endemann ist der Frage nachgegangen, ob und wenn ja wann funktionierende Gewebe oder gar Organteile im wahrsten Sinne des Wortes einfach auf Knopfdruck hergestellt werden können.

Redaktion: Christoph Leprich und Nora Kirchschlager

Service

1. Neuroathletik:

Physiotherapeut Roman Pallesits
Neuro Athletic Training

Neuroathletik Beitrag 1 - Unter diesem Link finden Sie das Video mit den einzelnen Übungen

2. Bioprinting:

Dr. Anja Lode
Zentrum für Translationale Knochen-, Gelenk- und Weichgewebeforschung
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus und
Medizinische Fakultät der Technischen Universität Dresden
Fetscherstrasse 74
01307 Dresden
+49 351 458 6692
Zentrum für Translationale Knochen-, Gelenk- und Weichgewebeforschung

Univ.-Prof. Dipl.-Chem. Dr. Cornelia Kasper
Universität für Bodenkultur Wien
Institut für Biotechnologie
Muthgasse 18
1190 Wien
+43 1 47654-79030
E-Mail

3D Biodruck - Menschliche Organe aus dem 3D Drucker?
Zulassung für gedruckte Tabletten
Gezüchtete Gewebe können mehr als Leben retten
EU Projekt Hydrozones
Artikel: Bioink properties before, during and after 3D bioprinting (Biofabrication, Volume 8, Number 3)

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