Olympische Winterspiele: Menschen an der unsichtbaren Leine

Rüdiger erzählt von seinen Reisen nach Nordkorea

Seit bald einer Woche finden in Südkorea die Olympischen Winterspiele 2018 statt, doch viel mehr Schlagzeilen macht seit Jahren das Nachbarland Nordkorea. Eigentlich ist Korea ein Land, aber es wurde vor fast 80 Jahren zweigeteilt, weiß Rudi von Rüdiger Frank, der beide Koreas kennt. In dieser Folge erzählt der Universitätsprofessor dem Radiohund und seinen Hörerinnen und Hörern von seinen Reisen nach Nordkorea und von Menschen, die nicht frei sind.

Rudi: "Als du von Freiheit gesprochen hast, hab ich gleich an die Leine gedacht. Aber die Menschen in Nordkorea hängen nicht an einer Leine, oder?"

Univ. Prof. Dr. Rüdiger Frank, Institut für Ostasienwissenschaften / Wirtschaft und Gesellschaft Ostasiens, Universität Wien: "Die Menschen sind dort in einem politischen System, in dem sie nicht frei sind. Sie sind nicht an der Leine, jedenfalls nicht an einer sichtbaren Leine. Aber sie dürfen zum Beispiel nicht einfach so aus ihrer Stadt heraus in die nächste Stadt fahren. Wenn man das möchte, muss man vorher eine Genehmigung bekommen von den Behörden und wenn man die Genehmigung nicht hat, dann lassen einen die Kontrollposten an der Straße nicht heraus. Wenn man von einem Dorf ins Nachbardorf fahren möchte, muss man auch eine Genehmigung haben."

Rudi: "Was? Das heißt, wenn der Tonmeister die Resi-Tante in Niederösterreich besuchen will, könnte er nicht einfach losfahren, sondern müsste sich erst eine Erlaubnis holen?"

Gestaltung: Barbara Zeithammer

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Buchhinweis (für Erwachsene):
Rüdiger Frank: Unterwegs in Nordkorea. Eine Gratwanderung. Deutsche Verlags-Anstalt, Februar 2018


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