Von Stockholm nach Mannaminne - Eine Reise durch Mittelschweden

Schäreninseln, Herrenhöfe, Museumsdörfer und die weiten Wälder Mittelschwedens. Eine kontrastreiche Reise zwischen Moderne und Wildnis, dokumentiert von Ursula Burkert

Nur eine Stunde mit der Fähre von Stockholm entfernt liegt im Schwedischen Schärengarten die Insel Grinda. Sie war anfangs nur von Bauern bewohnt, später kaufte der erste Direktor der Nobelstiftung Henrik Santesson, ein Grundstück und ließ dort für sich und seine Familie ein Sommerhaus im Jugendstil errichte. Heute ist die Jugendstilvilla im Besitz der Skärgårdsstiftelse, einer Stiftung, die sich um den Naturschutz und die touristische Bewirtschaftung der Insel kümmert.

Weiter im Norden liegt die alte schwedische Provinz Hälsingland, die für ihre Bauernhöfe, die so sogenannten Hälsinghöfe (Hälsingegårdar), bekannt ist. Sie gehörten den reichen und für ihre Unabhängigkeit bekannten Bauern der Region. Die Viehzucht und die Leinenherstellung waren die Basis ihres Wohlstandes. Den demonstrierten sie auch durch ihre von Künstlern wie Jonas Wallström gestaltete Gehöfte. Sieben dieser Höfe sind seit Juli 2012 auf der UNESCO Weltkulturerbe-Liste zu finden. Teilweise sind sie noch bewohnt, manche werden für Besucher geöffnet.

Im Gästgivars Hof finden im Sommer Kunsthandwerks-Seminare statt. Wenn man Glück hat, trifft man dort auch einen Musiker an, der mit dem Akkorden traditionelle Lieder aus der Region spielt. Heute ist die Landwirtschaft rückläufig, immer mehr Menschen ziehen nach Stockholm, manche finden im Tourismus Arbeit, u.a. in Orbaden am Orsjön-See. An diesem idyllischen an der Bahnstrecke gelegenen Ort gründeten schon vor mehr als 100 Jahren die Fischer eine Gasthaus um Urlauber aus dem fernen Stockholm anzulocken.

Der Nationalpark Höga Kusten liegt in der schwedischen Provinz Västernorrland. Der Park wurde im Jahr 2000 zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt und beeindruckt durch seine überwältigenden Landschaftsformationen und eine außergewöhnliche Vielfältigkeit, die durch Eiszeit, Landerhebung und Erosion entstanden sind. Nicht weit von diesem Naturdenkmal befindet sich das Gesamtkunstwerk "Mannaminne". Mannaminne bedeutet "seit Menschengedenken" und um die Bewahrung von Erinnerungen und Traditionen geht es dem Stockholmer Künstler Anders Asberg, der seit 1980 in der kleinen Ortschaft Nordingrå lebt und im Lauf dieser letzten 38 Jahre ein Museumsdorf der besonderen Art aufgebaut hat.

Aus den unterschiedlichsten Regionen Schwedens, aber auch der ganzen Welt hat er alte, teilweise vom Abbruch bedrohte Bauwerke gerettet und auf seinem Grundstück wiederaufgebaut. Außerdem gestaltete der bildenden Künstler mit viel Fantasie das Innere der Gebäude, hat ein Akkordeon-Museum eingerichtet und sammelt auch alte Straßenbahnen, Zugsabteile und Schiffe.

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