Der US-amerikanische Schriftsteller Tom Drury

Glückssucher in Iowa. Porträt des US-amerikanischen Schriftstellers Tom Drury. Feature von Michael Hillebrecht

Grouse County ist ein sehr überschaubarer fiktiver Bezirk im Mittleren Westen der USA. Seine Ortschaften sind klein oder gar winzig. Dort sind die "Grouse County"-Romane von Tom Drury angesiedelt. Der 1956 geborene Autor ist selbst in Iowa in einem Ort mit etwa 200 Einwohnern aufgewachsen.

In seiner Romantrilogie beschreibt Drury das Kleinstadtleben mit viel Sympathie, lakonischem Humor und einem besonderen Gespür für die surrealen Momente des Alltäglichen. So klebt etwa der Sheriff von Grouse County, als seine Wiederwahl zu scheitern droht, in einer verzweifelten nächtlichen Aktion seine Wahlplakate an die Flügel einer Windmühle. Drurys Romane leben einerseits von witzigen Dialogen, die an die Filme der Coen-Brüder denken lassen und andererseits von traumverlorenen, oft nächtlichen Szenen, die atmosphärisch an Gemälde von Edward Hopper erinnern.

Drury lebt mittlerweile in Berlin, nachdem er zuvor in Los Angeles und New York gewohnt hat. Wie einige seiner Romanfiguren hat es Drury in die Großstadt gezogen, aber gedanklich kehrt er immer wieder in seinen Heimatort Swaledale zurück und zieht daraus entscheidende Anregungen für sein Schreiben.

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