Alte Musik - neu interpretiert

präsentiert von Gerhard Hafner. Das "Concerto Romano" bei den Resonanzen 2018.

Das achte und zugleich letzte Madrigalbuch von Claudio Monteverdi trägt den Titel "Madrigali guerrieri et amorosi" ("Madrigale von Krieg und Liebe"). Die Sammlung widmet sich je zur Hälfte "kriegerischen" wie auch Liebesmadrigalen. Im Mittelpunkt des eindrucksvollen Kompendiums steht das dramatische Madrigal "Il combattimento di Tancredi e Clorinda" ("Der Kampf zwischen Tankred und Clorinda") - ein Werk, das Monteverdi für seinen prominentesten venezianischen Gönner, den Senator Girolamo Mocenigo, komponierte und in dessen Palais während des venezianischen Karnevals 1624 zur Uraufführung brachte. Das auf einem Ausschnitt von Torquato Tassos 1575 vollendeten Epos "Gerusalemme liberata" basierende "Combattimento" erzählt die Geschichte des Kreuzritters Tancredi und der Sarazenen-Prinzessin Clorinda, die als Feinde aufeinandertreffen.

Sie entdecken ihre Liebe, aber schließlich fällt die Muslimin von der Hand des Christen. Erst kurz vor ihrem Tod erkennt Tancredi seine Clorinda, die in ihren letzten Atemzügen zum Christentum konvertiert. Schließlich eröffnet sich der Sterbenden der christliche Himmel. Bei dieser Szenerie soll das Uraufführungspublikum - Monteverdi zufolge - den Tränen nahe gewesen sein. Beim "Resonanzen"-Konzert "Glaube, Liebe, Krieg" am 27. Jänner im Mozart-Saal des Wiener Konzerthauses stand Claudio Monteverdis "Il combattimento di Tancredi e Clorinda" im Mittelpunkt eines Programms, das auch Musik von Loreto Vittori, Ippolito Baccusi und Giovanni Pinello beinhaltete. Zu hören waren dabei das Originalklangensemble "Concerto Romano" unter Alessandro Quarta, die Sopranistin Paola Valentina Molinari sowie der Bassist Mauro Borgioni.

Sendereihe

Gestaltung

  • Gerhard Hafner