Prinz Eugen Denkmal im Schneegestöber

APA/ SCHLAGER R.

Der Friede von Passarowitz

Neue Perspektiven für die Habsburger Monarchie. Mit Harald Heppner, Institut für Geschichte, Universität Graz. Gestaltung: Martin Adel.

Genau 200 Jahre vor dem 1. Weltkrieg (1714 - 1718) beendete der Venezianisch-Österreichische Türkenkrieg - für das Haus Österreich der 6. Türkenkrieg - die weit über 100 Jahre währenden Zeiten der "Türkengefahr", oder anders gesagt: die kriegerischen Rivalitäten zwischen dem Habsburger und dem Osmanischen Reich.

Nach der erfolgreichen Belagerung von Belgrad hatten die Truppen Karls VI. unter der Führung von Prinz Eugen einen im großen und ganzen endgültigen Sieg über die Hohe Pforte erreicht - und damit dem Habsburger Reich seine größte Ausdehnung in Süd-Ost-Europa beschert. Das war aber nur EIN Ergebnis des Friedensschlusses im serbischen Ort Passarowitz, der im übrigen auch international anerkannt und bestätigt wurde. Das andere, aus Sicht der Nachhaltigkeit viel wichtigere Ergebnis war wohl, dass nun auf verschiedensten Gebieten die Weichen für neue Beziehungen zwischen den beiden Reichen gestellt wurden: Mittelfristig entstanden neue, integrative Verwaltungsstrukturen, Handelsbeziehungen, vielerorts konsularische Vertretungen und die Öffnung gegenüber Tausenden von Immigranten.

Langfristig entstand auf den Grundlagen der Vertragswerke von Passarowitz jene Vielvölkermonarchie, deren Einfluss sich (siehe u.a. die Gründung der Donaudampfschifffahrtsgesellschaft und des Österr. Lloyd) von der Adria über das östliche Mittelmeer bis zum Schwarzen Meer erstreckte. Man könnte sagen: Mit dem Frieden von Passarowitz war der Weg der Donaumonarchie in die Moderne wesentlich vorgezeichnet.

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