Gemäldekisten

ORF/CHRISTIAN LERCH

Schätze im Genfer Zollfreilager

Salvator Mundi - Erlöser des Kunstmarktes. Wie ein verschollen geglaubter Leonardo zum teuersten Kunstwerk der Welt wurde. Feature von Christian Lerch (ORF/BR 2018).

Bei einer Londoner Auktion 1958 wird das Bild "Salvator Mundi" für 45 britische Pfund von einem anonymen Privatier gekauft. Der "Retter der Welt" verschwindet danach für mehr als 40 Jahre von der Bildfläche. Damals wie heute ist kaum ein unabhängiger Experte der Meinung, dass Leonardo Da Vinci persönlich Pinsel an das Gemälde gelegt hat. Angenommen wird, dass "Retter der Welt" in des Meisters Werkstatt entstanden sei. Das Bild im heutigen Zustand sei bloßes Resultat unzähliger Restaurationsarbeiten.

Das Renaissance-Gemälde wird in den alarmgesicherten Räumlichkeiten des Zollfreilagers Genf aufbewahrt. Es ist eines von tausenden Kunstwerken, die zoll- und steuerbefreit in dem grauen, mehrstöckigen Depot im Viertel La Praille lagern. Dieser sogenannte "Bunker der Kunst" in Genf ist für die Einen ein nützlicher Ort, um Kunstwerke als Investment zu "parken", für andere ist das Zollfreilager gemauertes Symbol für das Verschwinden der Kunst.

Trotz der irrationalen Preisgestaltung dient der globale Kunstmarkt seit gut einem Jahrzehnt der Vermögensvermehrung und das Zollfreilager in Genf wird dementsprechend auf 50.000 m2 vergrößert. Im November 2017 wird "Salvator Mundi" bei einer Auktion der Öffentlichkeit präsentiert und Kunstsammler/innen angeboten. Für mehr als 450 Millionen Dollar findet das Ölgemälde einen neuen Besitzer und wird zur bislang teuersten Geschichte aus Leinwand, Holz und Farbe.

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