Alpenschneehuhn

CHAREL KLEIN

Vom Leben der Natur

Alpenvögel - Verlierer des Klimawandels (3)

Schneeschmelze und Hitzestress.
Die Tierökologin Sabine Hille spricht über Gebirgsvögel und die Auswirkungen des Klimawandels.
Teil 3: Das Schneehuhn zwischen Anpassung und Apathie

Lange Schneelagen, schnelle Wetterwechsel, Starkregen, orkanartige Winde und heftige Schneestürme; eine hohe Radiation (Sonneneinstrahlung) und ein geringer Sauerstoffdruck: Das Hochgebirge ist ein ganz besonders spannender Lebensraum.

Vogelarten wie der Schneesperling, das Alpenschneehuhn, Steinschmätzer, Alpenbraunelle und andere hochalpine Arten haben sich im Lauf der Evolution an diese extremen Bedingungen angepasst. Der Schneesperling (Montifringilla nivalis, manchmal auch "Schneefink" genannt), lebt in Höhen bis zu 5000 Metern. Die viel größeren Schneehühner zählen zu den sogenannten "Raufußhühnern", d.h., ihre Läufe und Zehen sind dicht befiedert. Die so vergrößerte Oberfläche führt zu einem Schneeschuh-Effekt und sie können sich mit einem geringeren Energieverbrauch auf einer geschlossenen Schneedecke fortbewegen. Die Federn des Schneehuhnes sind im Winter - wie der Name schon sagt - fast ganz weiß, im Sommer dann graubraun, schwarz, beige und weiß gefleckt, was für ein optisches Verschmelzen mit der dann schneefreien Umgebung und für eine ideale Tarnung der Vögel sorgt.

Doch die Auswirkungen des Klimawandels sind in diesem Lebensraum besonders spürbar: die Temperaturen steigen, die Niederschläge werden weniger, der Schnee schmilzt früher, Gletscher schwinden. Auch für die hochspezialisierten Vogelarten im Hochgebirge gehen diese Veränderungen mit einer dramatischen Lebensraumveränderung einher. Dazu kommt Druck aus niedrigeren Lagen: Nicht nur Bäume und Sträucher wandern höhenmäßig nach oben, auch Prädatoren wie Füchse und Marder und Parasiten wie Zecken erobern neue, höhergelegene Lebensräume und stellen die ursprünglichen Bewohner dieser hochalpinen Regionen vor Herausforderungen, auf die sie nicht vorbereitet sind, wie die Tierökologin Sabine Hille, die Leiterin die Arbeitsgemeinschaft Vogelökologie an der Universität für Bodenkultur, berichtet.

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GESPRÄCHSPARTNERIN:
Privatdozentin Dr. Sabine Hille
Universität für Bodenkultur Wien
Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft

Projekt Schneesperling
Aufruf zur Mithilfe im Schneesperlingsprojekt:
Wir suchen Schneesperlinge mit blauen Ringen: Bei Ringablesungen gerne bei sabine.hille@boku.ac.at die Ringnummer, Ort und Datum melden

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