Standort: oe1.ORF.at

Musik

Zeit-Ton

Dienstag
13. Juli 2010
23:03

Zeit-Ton Porträt. Pia Palme. Gestaltung: Nina Polaschegg

Pia Palme ist Blockflötistin. Viele Jahre lang hat sie Alte Musik gespielt, auch als Oboistin, dabei immer wieder die Fühler in die Gegenwart ausgestreckt, bis sie sich eines Tages dazu entschlossen hat, sich ganz dem eigenen Musikschaffen und der Interpretation zeitgenössischer Musik zu widmen.

Pia Palme hat spezielle Feedbacktechniken entwickelt. Ihre Vorliebe gilt der Komposition und Improvisation mit elektronisch erweiterten Blockflöten, genauer gesagt Kontrabass- und Subbassblockflöten. Doch auch als Festivalveranstalterin ist Pia Palme aktiv. Zusammen mit Gina Matiello kuratiert und organisiert sie alljährlich das Festival e_may.

Studium der Mathematik

Pia Palme studierte Blockflöte und Oboe, aber auch Mathematik und darstellende Geometrie - und einige Semester Komposition. Viele Jahre lang trat sie ausschließlich als Interpretin Alter und auch zeitgenössischer Musik auf. Schon damals arbeitete sie viel mit Lyrikerinnen zusammen. Text und Musik wie auch die menschliche Stimme begleiten ihr musikalisches Schaffen schon eine längere Zeit.

Der Weg zum eigenen Musikschaffen

Gedichte sind oft nicht lang und mit der Zeit war es für Pia Palme schwierig, kurze Stücke zu finden, die sie passend zur zeitgenössischen Literatur spielen konnte. So fing sie an, eigene Ideen zu verfolgen und sich verstärkt dem Improvisieren zu widmen.

Gerade einmal rund zehn Jahre ist dies her. Einige Jahre lang widmete sich Pia Palme intensiv dem freien Improvisieren. Sie fing an, die Klangfarben und Spieltechniken ihres Instrumentes zu erforschen und die Möglichkeiten der live-elektronischen Bearbeitung zu untersuchen.

Feedback-Tubes

So entwickelte sie eine spezielle Art des Feedback-Spiels, bei dem die Blockflöte nicht angeblasen wird. Das Blockflötenrohr ohne Kopf dient als Resonanzverstärker. Der Klang entsteht über ein Feedback, das sich zwischen einem in der Flöte angebrachten Mikrophon und einem Verstärker aufbaut.

Sogar modulieren lässt sich dieser Klang. In purer Form, solistisch, nachzuhören etwa auf ihrer 2007 erschienenen Solo-CD "Orhcidee".

Von der Improvisation zur Komposition

Schon bei der Arbeit an dieser CD stellte Pia Palme fest, dass sie auch beim Improvisieren sehr stark strukturell und formal denkt. Sich verstärkt auf das Komponieren zu konzentrieren, war ein logischer Schritt - zumal Pia Palme gerne auch für andere Musiker/innen schreibt, ihnen dabei ein Stück Verantwortung bei der Interpretation und Realisierung der Musik überlässt.

Welten verbinden
Musikalische Welten verbinden, das reizt Pia Palme beim Komponieren. Klänge eines Streichtrios verbinden sich mit Technobeats, die menschliche Stimme mit derjenigen einer Sprechmaschine, Jazzbasslinien wechseln abrupt mit abstrakten Perkussionsgeräuschen.

Gestaltung: Nina Polaschegg · zur Sendereihe

Musik

Programm

Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30 31

Service

Pia Palme, "Orhcidee", Extraplatte

Pia Palme
e_may

Mehr dazu auf oe1.orf.at

Übersicht: Alle ORF-Angebote auf einen Blick