Freitag
03. September 2010
17:55
Die Pariser Kommune. Mit Siegfried Mattl, Institut für Zeitgeschichte, Universität Wien. Gestaltung: Martin Adel
Nach der Kapitulation von Napoleon III. führen republikanisch gesinnte Bürger und Arbeiter in Paris im Jahr 1871 eine Revolution durch. Vom 18. März bis zum 28. Mai 1871 versuchten die Kommunarden, politische Maßnahmen umzusetzen, denen auch später noch Vorbildwirkung in der weltweiten sozialistischen Bewegung zukam. Die Übernahme der Macht in Paris kann als Verteidigungsmaßnahme eines Volkes interpretiert werden, das sich von der bürgerlichen Regierung bedroht gefühlt und deshalb Widerstand geleistet hatte. Allerdings kontrastierte die intensive revolutionäre Kraft der Arbeiter mit ihrer Einschätzung der objektiven Bedingungen der neu entstandenen Situation.
Bis heute gilt die Pariser Kommune als Wegbereiter der Rätedemokratie. Karl Marx schrieb: "Das Paris der Arbeiter mit seiner Kommune wird ewig gefeiert werden als der ruhmvolle Vorbote einer neuen Gesellschaft. Seine Märtyrer sind eingeschreint in dem großen Herzen der Arbeiterklasse. Seine Vertilger hat die Arbeiterklasse schon jetzt an jenen Schandpfahl genagelt, von dem sie zu erlösen alle Gebete ihrer Pfaffen ohnmächtig sind."
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