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Gesellschaft

Im Gespräch

Donnerstag
03. Februar 2011
21:00

"Die Menschheit steht vor einem Wendepunkt". Michael Kerbler im Gespräch mit Heiner Flassbeck, Chefökonom der UNCTAD, der UNO-Organisation für Handel und Entwicklung

"Denkt selbst nach!"

Michael Kerbler im Gespräch mit Heiner Flassbeck

Der demokratisch verfasste Staat im 21. Jahrhundert verliert zunehmend an Souveränität. Macht und Politik im Nationalstaat sind geschieden, weil der Nationalstaat sich auflöst und die wirklich wichtigen ökonomischen Entscheidungen großer Tragweite sich im globalen Raum fernab demokratischer Kontrolle abspielen. Die Fragmentierung der Gesellschaft beschleunigt sich. Der Einzelne - auf sich allein gestellt - erlebt die Gesellschaft nicht mehr als Gemeinschaft, sondern bestenfalls als Netzwerk. Der Rückzug ins Private, der als gesellschaftliches Phänomen in vielen Staaten der westlichen Hemisphäre registriert wird, gilt als Indiz dafür, dass die Bevölkerung ebenso wie die Politik überfordert ist, die großen fünf Krisen der Gegenwart zu beurteilen, zu beschreiben und Problemlösungen auf den Weg zu bringen.

Diese fünf Krisen sind: die Finanzkrise, die Arbeitskrise, die Handelskrise, die Klimakrise und - nicht zuletzt - die Schuldenkrise. Heiner Flassbeck, Direktor der UNO-Behörde für Globalisierung und Entwicklung und einst Staatssekretär im deutschen Finanzministerium in Berlin, diagnostiziert: "Die Menschheit steht vor einem Wendepunkt." Der Ökonom sieht nicht nur die intakte Natur bedroht, sondern auch die europäische Integration und, darüber weit hinausreichend, die globalisierte Wirtschaft. Für die Marktwirtschaft sieht Heiner Flassbeck nur dann auf Dauer eine Existenzberechtigung, wenn sie es schafft, "allen Bürgern eine systematische Chance auf Verbesserung ihrer Lebensumstände zu geben".

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