matrix - computer & neue medien

1. Zwischen Angst und Euphorie. Computer in der Popmusik. Gestaltung: Roland Gratzer
2. Digitale Blindenhunde. Technik für den Durchblick. Gestaltung: Anna Masoner

1. Die deutschen Elektronikpioniere "Kraftwerk" werden rituell als erste genannt, wenn es um das Verhältnis von Computer und Popmusik geht. Thematisch hat sich die Elektronikband aber erst 1981 auf dem Album "Computerwelt" mit den Rechenmaschinen beschäftigt.

Der Computer taucht schon viel früher, in den frühen 50er Jahren, als Protagonist in Pop- und Schlagersongs auf, sowohl als "good guy" als auch als Bedrohung. "Populäre Kultur, und vor allem populäre Musik, sind immer ein sehr guter Indikator dafür, was gerade in einer Gesellschaft am Köcheln ist, was interessant ist und wo es Ängste gibt", kommentiert Johannes Grenzfurthner vom Kunstkollektiv monochrom das Spannungsverhältnis von Mensch und Maschine. Er führt zusammen mit Roland Gratzer durch 50 Jahre Computer-Musikgeschichte.

2. Bis in die achtziger Jahre gab es in fast jeder großen Firma blinde Telefonist/innen, die Hunderte Nummern im Kopf gespeichert hatten und den ganzen Tag Gespräche annahmen und weiterleiteten. Der Anbruch des digitalen Zeitalters kostete etliche ihren Job: der moderne Arbeitsplatz mit Maus und Monitor stellte ein scheinbar unüberwindbares Hindernis dar.

Heute sind Computer für Blinde nicht nur zugänglich, sondern aus dem Alltag der meisten Sehbehinderten nicht mehr wegzudenken. Braillelesegeräte, mit GPS aufgerüstete Blindenstöcke oder Programme, die den Bildschirminhalt vorlesen, sind nur einige der Technologien, die es Blinden heute ermöglichen, einen anspruchsvollen Beruf auszuüben.

Anna Masoner hat sich für "matrix" das Lebensumfeld von Menschen angesehen, die dank intelligenter Technik den vollen Durchblick haben.

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