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Radiodoktor - Medizin und Gesundheit

Montag
27. Juni 2011
14:05

Bürgerkriege, Erdbebenkatastrophen, Flüchtlingsdramen - wo auch immer medizinische Hilfe vonnöten ist, ist die internationale Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" vor Ort - seit nunmehr 40 Jahren. Mit Univ.-Prof. Dr. Markus Hengstschläger.

Studiogäste

Dr. Reinhard Dörflinger
Präsident "Ärzte ohne Grenzen"
Arzt für Allgemeinmedizin
Wilhelmstraße 40-44/2/1
A-1120 Wien
Tel.: +43/1/812 25 56
E-Mail
Ärzte ohne Grenzen

Dr. Katharina Resch
Ärztin für Allgemeinmedizin
c/o Ärzte ohne Grenzen
Taborstraße 10
A-1020 Wien
Tel.: +43/1/409 72 76
E-Mail

Unabhängig durch private Spenden

Regelmäßig gehen Bilder um die Welt, in denen in den Katastrophengebieten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Organisation in ihren weißen T-Shirts mit dem roten MSF-Logo Hilfe leisten. Die Marke "Ärzte ohne Grenzen" hat damit auch einen hohen Imagewert. Das ist auch gut so, denn weltweit finanziert sich die Hilfsorganisation zu 80 Prozent aus privaten Spendengeldern. In Österreich sogar zu 100 Prozent. Dies ermöglicht der Organisation ihrem Credo nach weitgehender politischer Unabhängigkeit nachkommen zu können.

Ärzte ohne Grenzen - Online-Infomappe

Die Infomappe zur Sendung im PDF-Format zum ausdrucken. Detaillierte Informationen zum Thema, Anlaufstellen, Buch-Tipps, Links und Adressen der Sendungsgäste.

Gründung vor 40 Jahren

"Médecins Sans Frontières" (MSF) wurde im Dezember 1971, also vor 40 Jahren, in Paris gegründet. Sie gilt als private, überparteiliche Hilfsorganisation mit Schwerpunkt im medizinischen Bereich und leistet Not- und Aufbauhilfe in Krisen- und Kriegsgebieten. Derzeit umfasst die Organisation fünf operationelle Zentren in Paris, Amsterdam, Brüssel, Genf und Barcelona, sowie Sektionen in 15 weiteren Ländern, wie jene in Österreich, die 1994 ins Leben gerufen wurde.

1972 bereitete MSF nach einem verheerenden Erdbeben in Nicaragua das erste Projekt vor. Zehn Tonnen Medikamente und drei Ärzte wurden in die Krisenregion entsandt. Heute sorgen rund 1000 Angestellte für die Koordination. Für die weltweiten Einsätze steht der Organisation ein Budget von jährlich rund 400 Millionen US-Dollar zur Verfügung.

1999 erhielt MSF den Friedensnobelpreis, "in Anerkennung der bahnbrechenden humanitären Arbeit dieser Organisation auf mehreren Kontinenten".

Politische Stellungnahmen

Seit vielen Jahren nimmt MSF auch zu politischen Themen Stellung. 1994 rief die Organisation in Ruanda sogar zur militärischen Intervention auf, um den Völkermord an den Tutsi zu stoppen. Das Zuviel oder auch Zuwenig an politischer Einmischung im Rahmen diverser Einsätze rief mitunter auch Kritik hervor.

Im Jahr 2003 startete "Ärzte ohne Grenzen" gemeinsam mit fünf renommierten Forschungs- und Gesundheitseinrichtungen eine Initiative für Medikamente gegen vernachlässigte Krankheiten, wie zum Beispiel die Schlafkrankheit.

Diese neu gegründete Initiative DNDI (drugs for neglected diseases) hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Medikamentenentwicklung nicht alleine der Marktwirtschaft zu überlassen.
"Ärzte ohne Grenzen" setzt sich auch dafür ein, dass die Patentrechte der Pharmafirmen gelockert werden müssen, wenn es um lebenswichtige Medikamente z.B. gegen AIDS oder Tuberkulose geht.

Mitarbeiter/innen gesucht, Spenden erwünscht

Derzeit werden dringend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Einsätze in den Hilfsprogrammen gesucht. Dabei wendet man sich generell an Menschen mit Berufserfahrung, nicht nur an medizinisches Personal. Auch Logistiker, Wassertechniker, Administratoren und Finanzexperten werden benötigt.
Selbstverständlich sind finanzielle Spenden als Basis unverzichtbar. Die Organisation bittet jedoch generell um ungebundene Spenden, also ohne Angabe eines speziellen Einsatzlandes. Dadurch kann nach Bedarf entschieden werden, wo die Hilfe hin geht.

Fragen ans Publikum

  • Warum spenden Sie gerade (nicht) für "Ärzte ohne Grenzen"?
  • Würden Sie bei "Ärzte ohne Grenzen" mitarbeiten?
  • Waren Sie selbst einmal in einem Hilfsprojekt tätig?
  • Sind politische Stellungnahmen angebracht oder soll sich eine Hilfsorganisation im Sinne der Unparteilichkeit eher zurückhalten?
  • Sollte die öffentliche Hand die Organisation unterstützen?

Gestaltung: Ronny Tekal-Teutscher
Redaktion: Christoph Leprich

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