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Musik

Salzburger Festspiele 2011

Freitag
05. August 2011
19:30

Luigi Nono: "Prometeo - Tragedia dell'ascolto" für Vokal- und Instrumentalsolisten, gemischten Chor, vier Instrumentalgruppen und Live-Elektronik (1985) (Ensemble Modern, Erster Dirigent: Ingo Metzmacher, Zweite Dirigentin: Matilda Hofman; Experimentalstudio Freiburg des SWR, Klangregie und Raumklangkonzeption: André Richard; Schola Heidelberg; Cyndia Sieden und Monika Bair-Ivenz, Sopran; Susanne Otto und Noa Frenkel, Alt; Hubert Mayer, Tenor; Caroline Chaniolleau, Sprecherin; Mathias Jung, Sprecher) (aufgenommen am 30. Juli in der Kollegienkirche in Salzburg). Präsentation: Hannes Eichmann
(Übertragung in Dolby Digital 5.1 Surround Sound)

 

Musikalisches Weltgebäude

18 Jahre ist es her, dass der damalige Zeitfluss-Veranstalter Markus Hinterhäuser Luigi Nonos "Prometeo" nach Salzburg geholt hat. Ehrensache also für den jetzigen Interims-Intendanten, die aufsehenerregende Produktion von damals heuer erneut in der Kollegienkirche zu präsentieren. Dirigent Ingo Metzmacher war damals schon dabei, Klangregisseur Andre Richard, das Ensemble Modern und die Sängerinnen Susanne Otto und Silke Evers auch. Die Kollegienkirche, diesmal bis auf den letzten Platz besetzt, erlebte das, so Hinterhäuser, "großartigste musikalische Weltgebäude, das jemals errichtet wurde".

"Natürlich ist es sentimental, genau jenes Werk, mit dem ich in Salzburg mit dem 'Zeitfluss' begonnen habe, zum Abschluss meiner Salzburger Zeit erneut zu bringen. Diesmal war der 'Prometeo' genauso hypnotisierend wie vor 18 Jahren, und Metzmacher sprach gestern sogar vom konzentriertesten Nono-Publikum, das er je erlebt habe", sagte Hinterhäuser.

Rheinische Post

Aus der Kollegienkirche ist mittels Schallsegeln aus transparenten Plastikfolien und sechs im Raum verteilten, teils stark erhöhten Spielflächen für Musiker und Sänger eine kühne Installation geworden. Das Publikum sitzt sich in Blöcken gegenüber, ein riesiges Mischpult verstärkt, verfremdet und sampelt das, was vier Instrumentalgruppen, ein Chor und ein Sängerquintett von sich geben, zu betörenden, mal sakral schwebenden, mal martialisch dröhnenden Raumklängen. (...)

Die Zuhörer erlebten zweieinhalb Stunden Hochspannung an der Grenze des Hörbaren. Sensationell.

Die Presse

Was hier von im Kirchenraum verteilten Solisten (darunter Cyndia Sieden, Susanne Otto und Monika Bair-Ivenz), der Schola Heidelberg und dem Ensemble Modern zu vernehmen war, gehörte nicht alltäglicher Oberflächlichkeit an, sondern glich partiturgetreu einem künstlerischen Festakt.

Die Welt

Selten konnte man erleben, wie etwas Querständiges, aber philosophisch Tiefes und klangmeisterlich Souveränes, von der venezianischen Mehrchörigkeit bis zum Noiseso und eine thematisch stringente Synthese Findendes über die Jahre in der Mitte der längst aufnahmebereiten Gesellschaft landete.

Die Zeit

Die Wahrheit, sie lässt sich nur erhören, leibhaftig erfahren, im Widerstreit der Sinne und Gedanken. Am ergreifendsten im Interludio Nr. 1, wo Schicksal und Zufall einander begegnen, Altstimme und Solobläser, "sempre ppppp possibile", und die Kollegienkirche dröhnend schweigt.

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Service

Die Welt - "Tragödie des Hörens"
Rheinische Post - Salzburg: Luigi Nonos gigantischer "Prometeo"
Die Zeit - Wanderklänge und Blechsirenen
Die Presse - Luigi Nono: Prometheus bringt Licht in die Festspiele
Salzburger Festspiele

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