Mittwoch
30. November 2011
09:05
Warum wir nicht tun, was wir wissen (3). Gestaltung: Johannes Kaup
Ziel allen Konsums und aller Kultur ist Glück - im Sinne eines unmittelbaren Wohlgefühls in der Vielfalt seiner Ausprägungen. Doch dieses Glück ist bedroht. Durch den steigenden materiellen Konsum infolge des Wachstums von Sachgüterproduktion und Bevölkerung drohen die Erschöpfung natürlicher Ressourcen ("Peak everything") sowie irreversible Umwelt- und Klimaschäden.
In der westlichen Kultur nimmt die soziale Isolation zu: Angst, Depression, Burn-out, Suchtverhalten, Aggression und Gewalt entstehen durch einen Mangel an humanitärer Kultur der sozialen Bindungskraft und das Fehlen eines nachhaltigen Lebensstils. Wir können derzeit beobachten, wie die modernen Erfolgsstrukturen von Marktwirtschaft und Mediendemokratie, von Wirtschaftswachstum und Massenmobilität versagen. Denn Übersättigung, Ungleichheit und Stress, Vereinzelung und Konflikteskalationen zerstören die damit verbundenen Glücksversprechen wieder.
Wir sehen all diese Phänomene. Wir wissen immer mehr darüber. Es gibt in Wissenschaft und Gesellschaft auch Lösungen dafür. Doch wir setzen sie nicht um. Wir tun nicht, was wir wissen und glauben. In der Sozialforschung spricht man dabei vom "belief-behavior-gap", dem Graben zwischen Glauben und Verhalten andererseits. Dieses fundamentale Problem betrifft sowohl den Einzelnen auf der Mikro-Ebene als auch Gesellschaft, Politik und Wirtschaft auf der Makro-Ebene.
Das Radiokolleg geht den Fragen nach, worin die entscheidenden Entwicklungen und Wendepunkte bestehen, durch die man von Wissen und Intention zum Handeln und Umsetzen kommt? Wie entsteht aus Stagnation Transformation? Wie können Individuen und Gesellschaften zu einem zukunftsfähigen glücklichen Lebensstil finden, der die natürlichen Ressourcengrenzen ebenso beachtet wie den sozialen Ausgleich?
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