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Salzburger Nachtstudio

Mittwoch
01. Februar 2012
21:00

Mythen des Alltags. Roland Barthes Werk damals und heute. Gestaltung: Ulrike Schmitzer

1954 erschien in der französischen Zeitschrift Les Lettres Nouvelles der erste einer Reihe kurzer Texte, in denen sich Roland Barthes mit dem Alltag und der Konsumwelt auseinandersetzte. Der Philosoph analysierte etwa die Tour de France, das Gesicht der Garbo, das Beefsteak und den neuen Citroën. Zitat: "Ich glaube, dass das Automobil heute die ziemlich genaue Entsprechung der großen gotischen Kathedralen ist. Soll heißen: eine große epochale Schöpfung, die mit Leidenschaft von unbekannten Künstlern entworfen wurde und von deren Bild, wenn nicht von deren Gebrauch ein ganzes Volk zehrt, das sie sich als ein vollkommen magisches Objekt aneignet."

Barthes zeigte, wie der Alltag mit religiöser Magie aufgeladen wird und welche Rolle dabei Zeichen spielen. Er entwickelte eine Theorie des modernen Mythos als semiologisches System und begründete damit die modernen Kulturwissenschaften maßgeblich mit. 1957 versammelte er diese analytischen Kunststücke in dem Buch Mythologies. Vor kurzem ist die erste vollständige Ausgabe dieses Buches auf Deutsch erschienen. Daran knüpft sich die Frage an: Sind die kulturwissenschaftlichen Analysen heute noch relevant? Oder sind es nur historische Anekdoten über die Welt der Werbung und des Konsums?

Ein Bericht von einem Interdisziplinären Workshop zur Neuausgabe von Roland Barthes' Klassiker am Zentrum für Literatur- und Kulturforschung in Berlin.

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Roland Barthes, "Mythen des Alltags". Aus dem Französischen von Horst Brühmann. Erste vollständige deutsche Ausgabe. Suhrkamp Verlag 2010

Erna Lackner (Hrsg), "Neue Mythen in Kultur und Wirtschaft", Studienverlag 2011

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