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Kultur

Da capo: Tonspuren

Donnerstag
02. Februar 2012
16:00

Der Dichter der Schatten und Farben. Eine Annäherung an Georg Trakl. Von Renate Pliem und Reinhard Köberl

Drogensucht, Kriegstrauma, Selbstmord: das kurze Leben des Georg Trakl war in dunkle Farben getaucht. Seine Gedichte spiegeln diese zerbrochene Welt wider. Sie sind aber auch Teile eines eigenen Universums, das der Dichter sprachgewaltig aus immer wiederkehrenden Chiffren und Metaphern schuf. Schatten, Mauern, Tiere, Pflanzen, Stimmungen, Klänge, Farben, Verfall kreisen wie in einem Kaleidoskop um den Betrachter.

Georg Trakl wird im Jahr 1887 in Salzburg geboren. Schule abgebrochen, eine Apothekerlaufbahn eingeschlagen, der erste Kontakt mit Drogen. Trakl veröffentlicht früh Theaterstücke und Gedichte. Er hat finanzielle und künstlerische Förderer, die ihn bis an sein Lebensende unterstützten. Seine intensive Beziehung mit seiner Schwester Margarethe findet Ausdruck in den Gedichten. 1914 meldet sich Trakl als Freiwilliger zum Ersten Weltkrieg und wird an der Ostfront eingesetzt. Im selben Jahr tötet er sich durch eine Überdosis Kokain.

"Seine Augen standen ganz fern - Er war als Knabe einmal schon im Himmel. Darum kamen seine Worte hervor auf blauen und weißen Wolken", schreibt Else Lasker-Schüler nach dem Tod des Dichterfreundes. Erst ab 1945 findet Trakls Werk größere öffentliche Beachtung.

Gestaltung: Renate Pliem , Reinhard Köberl · zur Sendereihe

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