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Kultur

Leporello

Donnerstag
15. März 2012
07:52

1. Ausstelllung "Hands-On Urbanism" im Architekturzentrum Wien
2. Musik als Medizin

Ausstelllung "Hands-On Urbanism"

Gartenarbeit als Motor einer Stadtentwicklung von unten. Dieses Phänomen hat die Kulturwissenschaftlerin und Kuratorin Elke Krasny in den letzten drei Jahren erforscht und dazu weltweit improvisiert entstandene urbane Grünräume besucht.

Für das Architekturzentrum Wien hat Krasny ihre Feldforschungsarbeit nun zu einer Ausstellung zusammengefasst. Titel der Schau: "Hands-On Urbanism – 1850 bis 2012. Vom Recht auf Grün".

Etwa ein Drittel des weltweiten urbanen Raums werde und wurde nach dem "Bottom up"-Prinzip, also in der Region von Bewohnern entwickelt, behauptet Elke Krasny. Besonders intensiv falle dieser "gelebte Urbanismus" in Krisenzeiten aus. Wenn Ballungszentren unter Druck geraten, finden Landnahmen und Selbstorganisation ganz selbstverständlich statt. Nahrungsbeschaffung ist dabei ein zentrales Motiv.

Die ersten Schrebergärten

Achtzehn Fallstudien präsentiert die Ausstellung "Hands-On Urbanism": von der im New York der 1970er Jahre begründeten "Bowery-Houston Community Farm" über die kubanische "Organopónicos"-Bewegung und das Hongkonger "Ma Shi Po Village" mit seinen illegalen Farmen, Fischteichen und Reisfeldern, bis hin zu trendigen Beispielen wie dem 2009 von urbanen Selbstversorgern angelegten "Prinzessinnengarten" in Berlin Kreuzberg.

Erforscht wurden aber auch alteingesessene Wiener Gartensiedlungen wie die die "Zukunft auf der Schmelz". Unter großen Anstrengungen begann hier ab etwa 1910 die Urbarmachung des einstigen Exerzierplatzes "Schmelz". Während des Ersten Weltkriegs wurden in großem Stil "Kriegsgemüsegärten" angelegt. 1919 schließlich wurde das, was als informelle Landnahme begann, als "Freie Vereinigung der Schrebergärtner der Zukunft" organisiert, erzählt Elke Krasny.

Eine bisher ungeschriebene, alternative Stadtgeschichte erfahrbar zu machen, ist eines der Ziele, die Elke Krasny mit der Ausstellung "Hands-On Urbanism" verfolgt. Zugleich soll die Schau aber auch Denkanstoß für heutige Raumplaner sein, Städter und Städterinnen aktiv in die Entwicklung urbaner Grünräume einzubeziehen. Die Verwandlung von Brachland in - biologisch wertvolle - Substanz ist vielleicht nicht weniger als das Gebot der Stunde.

Musik als Medizin

Der Internist und Pianist Klaus Laczika forscht nach den Auswirkungen von Musik auf kranke Menschen. Seit 2007 setzt er Kompositionen aller Art für seine Patienten auf der Intensivstation des Wiener AKH ein, um sie bei ihrer Genesung zu unterstützen. Jetzt will er auch den Patienten auf der Palliativstation helfen, das Leben im Angesicht des Sterbens erträglicher zu machen.

Gestaltung: Franziska Dorau, Stefanie Panzenböck · zur Sendereihe

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