Dimensionen - die Welt der Wissenschaft
1. Nachhaltigkeit mit Entropie messen
2. Von der Forschung zur Anwendung - Bericht vom ISS-Symposium 2012
3. Medikamentenkontrolle mit Röntgenstrahlen
4. Stalins Soldaten in Österreich
Redaktion und Moderation: Franz Tomandl
4. Mai 2012, 19:05
1. Nachhaltigkeit mit Entropie messen
Nachhaltigkeit ist in den 20 Jahren seit der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro im Jahr 1992 zum Schlagwort geworden. Dahinter steht die Idee einer umweltfreundlichen, sozial verträglichen und gleichzeitig wirtschaftlich erfolgreichen Entwicklung. Doch hinter dem Schlagwort verstecken sich oft Worthülsen. Nicht immer ist klar, was mit Nachhaltigkeit gemeint ist, obwohl es viele Ansätze gibt, sie zu messen und in Zahlen zu fassen. Neue Wege dazu sind vor einer Woche an der Diplomatischen Akademie in Wien bei einem Symposium des Risiko:dialogs diskutiert worden: Die Vorschläge basieren auf der Entropie, einem Konzept der Physik und Sozialwissenschaften. Vorgestellt worden ist auf der Tagung auch ein System an Indikatoren, mit dem anhand der Entropie die Nachhaltigkeit von Unternehmen bewertet werden soll. Mit Burkhard Wrenger, Fachgebiet Informatik und Systeme der Datenverarbeitung, Hochschule Ostwestfalen-Lippe, Lemgo. Autor: Mark Hammer.
2. Von der Forschung zur Anwendung - Bericht vom ISS-Symposium 2012 in Berlin
Seit ziemlich genau einem Jahr ist aus der einstigen Baustelle in der Umlaufbahn das kostspieligste Labor der Menschheit geworden. Seit dem letzten Sommer ist die Internationale Raumstation (ISS) fertig gestellt und zieht in rund vier-hundert Kilometer Höhe ihre Bahnen. An Bord befinden sich ständig sechs Astronauten aus den beteiligten Ländern - den USA, Russland, Japan, Kanada und Europa. Und die forschen, was das Zeug hält. Nur - woran eigentlich? mag sich der Laie auf der Erde fragen, sprich wir Steuerzahler, die die Experimente in der Schwerelosigkeit schließlich finanzieren. In Berlin ist heute das ISS-Symposium 2012 zuende gegangen. Drei Tage lang haben Wissenschaftler ihre außer-irdischen Experimente vorgestellt. Mit Robert Guntlin, Geschäftsführer des Forschungszentrum für Materialforschung unter Weltraumbedingungen ACCESS der RWTH Aachen; Gregor Morfill, Direktor Max-Planck-Institut für Extraterrestrische Physik, Garching. Autor: Guido Meyer.
3. Medikamentenkontrolle mit Röntgenstrahlen
Die Weltgesundheitsorganisation warnt davor, sich bei Fernreisen mit kostengünstigen Medikamenten einzudecken. Denn die sind häufig gefälscht: In manchen Entwicklungsländern sollen angeblich vier von fünf Tablettenschachteln nicht das enthalten, was draufsteht. In den hiesigen Apotheken tauchen zwar höchst selten gefälschte Medikamente auf - aber über den Internethandel gelangen falsche Pillen auch zu uns. Betroffen sind vor allem Potenzmittel und Schlankmacher. Nun gibt es eine neue Möglichkeit, gefälschte Arzneien zu entlarven - auch ohne aufwändige Laboranalysen. Mit Klaus-Jürgen Steffens, Pharmazeutisches Institut, Universität Bonn; Detlef Opper, PANalytical, Kassel; Norbert Nagel, Leiter Festkörpercharakterisierung, Sanofi-Aventis, Frankfurt/Main. Autor: Hellmuth Nordwig
4. Stalins Soldaten in Österreich
Nach dem Krieg kamen rund 400.000 sowjetische Soldaten nach Österreich. Während die westalliierten Besatzungszonen Österreichs von den Historikern gut aufgearbeitet sind, hinkte die Erforschung der sowjetischen Besatzung lange Zeit drastisch hinterher. Welchen Eindruck hatten Stalins Soldaten von Österreich? Wie sah ihr Alltag aus? Und wie verhielten sie sich gegenüber dem ehemaligen Feind? Barbara Stelzl-Marx vom Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung in Graz hat für ihr Buch "Stalins Soldaten in Österreich" zahlreiche Rotarmisten interviewt und erstmals eine Innensicht der sowjetischen Besatzung geliefert. Sie erhielt dafür den Josef Krainer-Preis für herausragende soziale und wissenschaftlich-publizistische Leistungen. Rezensentin: Ulrike Schmitzer
Barbara Stelzl-Marx: Stalins Soldaten in Österreich, Böhlau Verlag.
