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Wissen

Radiodoktor - Medizin und Gesundheit

Montag
09. Juli 2012
14:05

Mit Univ.-Prof. Dr. Manfred Götz.
Neue Wege in der Kinder- und Jugendrehabilitation
Sendungsvorbereitung: Dr. Doris Simhofer
Redaktion: Mag. Nora Kirchschlager

Während es im Bereich der Erwachsenenrehabilitation klare Regelungen gibt, klafft bei derartigen Einrichtungen für Kinder und Jugendliche eine große Lücke.

Für Erwachsene stehen österreichweit derzeit etwa 8.000 Rehabilitationsbetten zur Verfügung, für Kinder sind dies nur etwa 50 bis 70 – und diese sind meist an Erwachseneneinrichtungen angeschlossen.

Kinder- und Jugendrehabilitation - Online-Infomappe

Die Infomappe zur Sendung im PDF-Format zum Ausdrucken. Detaillierte Informationen zum Thema, Anlaufstellen, Buch-Tipps, Links und Adressen der Sendungsgäste.

Moderation und Sendungsgäste

Moderation:
Univ.-Prof. Dr. Manfred Götz

Studiogäste:
Verena Zivny
Verein zur Förderung Gliedmaßengeschädigter Kinder und Jugendlicher - Interessensgemeinschaft DYSMELIE
Tel.: 0699/10 84 62 47
E-Mail: Verena.Zivny1@chello.at
Dysmelie

Prim. Prof. Dr. Peter Grieshofer
Rehabilitationszentrum Judendorf - Strassengel mit Kinderrehabilitation
A-8111 Judendorf-Straßengel, Grazer Str. 15
Tel.: +43/3124/90-520
E-Mail: peter.grieshofer@klinik-judendorf.at
Klinik Judendorf – Strassengel

Prim. Univ. Doz. Dr. Günther Bernert
Sozialmedizinisches Zentrum Süd - Kaiser-Franz-Josef-Spital mit Gottfried von Preyer'schem Kinderspital
Vorstand der Internen Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde
A-1100 Wien, Schrankenberggasse 31
Tel.: +43/1/601 13/2601
E-Mail: pre.post@wienkav.at
Wiener Krankenanstaltenverbund - Prim. Univ.-Doz. Dr. Günther Bernert

Dringender Bedarf an spezialisierten Einrichtungen

Die jüngsten Bedarfserhebungen des Österreichischen Bundesinstituts für Gesundheit (ÖBIG) aus 2010 zeigen, dass der Bedarf bis 2020 zwischen 343 und 453 Rehabilitationsbetten für unter 19-Jährige liegt, hinzu kommt eine Notwendigkeit von 50 Angehörigenbetten.

Vor allem Rehab-Einrichtungen für Kinder mit schweren Entwicklungsstörungen wie Autismus und ambulante Rehabilitationsmaßnahmen sind nur unzureichend vorhanden.

Große Mängel herrschen auch in den Bereichen der Rehabilitation für kardiologische, pneumologische, rheumatologische und stoffwechselbedingte Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Ebenso fehlen in der familienorientierten hämatoonkologischen Rehabilitation entsprechende pädiatrische Angebote. Dies führt dazu, dass betroffenen Kindern und Jugendlichen eine entsprechende Rehabilitation entweder gänzlich verwehrt bleibt, diese im Ausland erfolgt oder an Erwachsenenrehabilitationszentren stattfindet.

Mühsamer Weg für Eltern

Hauptgrund für diesen Mangel ist, dass die Versorgung nicht in einer Hand liegt, sondern auf unterschiedliche Leistungsträger verteilt ist. Dies führt dazu, dass Informationen über medizinische Maßnahmen, Akut- oder Langzeit-Rehabilitation meist nur in mühevoller, energieaufwändiger Kleinarbeit betroffener Eltern beschafft werden können. Für die Kinder geht dabei wertvolle Zeit verloren.

Kinder nicht nur "mitbehandeln"

Der Bedarf an Kinder- und Jugend-Rehabilitationseinrichtung wurde von Seiten des Bundesministeriums für Gesundheit zuletzt 2010 sichtbar gemacht. Eine Umsetzung in die Praxis ist aber bisher an den Kosten gescheitert. Kinder und Jugendliche wurden daher bisher durchwegs an Erwachseneneinrichtungen "mitbetreut".

Dies ist freilich das kostengünstigste Modell, hinsichtlich Versorgung und Qualität jedoch insuffizient. Während eine Rehabilitation bei Erwachsenen den Betroffenen wieder in seine "Ausgangslage" versetzen soll, ist der Anspruch an die Kinder- und Jugendrehabilitation weitaus vielschichtiger.

Kinder brauchen spezielle Rehab-Modelle

So etwa kommt bei Kindern der Entwicklungsprozess als pädiatrische Herausforderung zum bestehenden Krankheitsbild hinzu. Natürliche Entwicklungsschritte sind im Falle einer Behinderung oft nicht mehr möglich, Krankheitssymptome treten oftmals mit Verzögerung auf. Daher muss Kinder- und Jugendrehabilitation als ein begleitender Prozess gesehen werden, der flächendeckend gewährleistet wird.

Darüber hinaus müssen Rehab-Einrichtungen nicht nur den Anspruch erfüllen, das Wissen pädiatrischer Spezialisten zu bündeln, sondern mit entsprechender Infrastruktur ausgestattet sein, etwa mit der Möglichkeit eines Schulbesuchs für Kinder und Jugendliche.

Diskutieren Sie mit!

Wenn Sie Fragen zum Thema haben, dann rufen Sie während der Sendung unter der kostenlosen Telefonnummer 0800/22 69 79 an oder posten Sie hier.

  • Haben Sie selbst Erfahrungen mit betroffenen Kindern oder Jugendlichen gemacht?
  • Welche Erfahrungen konnten Sie im Ausland sammeln?
  • Wo funktioniert Kinder- und Jugendrehabilitation?
  • Wie könnten entsprechende Einrichtungen ausgestattet sein?
  • Wer soll diese Einrichtungen finanzieren?
Offen gebliebene Fragen werden nach der Sendung von unseren Sendungsgästen bis 15:00 Uhr in unserem Online-Forum beantwortet.

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