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Musik

Gioachino Rossini: "La Cenerentola"

Samstag
26. Jänner 2013
19:30

Live-Übertragung der Premiere aus der Wiener Staatsoper

Mit Dmitry Korchak (Don Ramiro), Vito Priante (Dandini), Alessandro Corbelli (Don Magnifico), Tara Erraught (Angelina), Ildebrando d'Arcangelo (Alidoro), u. a. Chor und Orchester der Wiener Staatsoper; Dirigent: Jesús López-Cobos

Rossinis Aschenbrödel-Oper

Mit "Il barbiere di Siviglia" und "L'Italiana in Algeri" gehört sie zu den viel gespielten komischen Werken von Gioachino Rossini: "La Cenerentola", eine italienische Opern-Version des Aschenbrödel-Märchens. Anders jedoch an der Wiener Staatsoper: Hier wurde die Oper vergleichsweise selten aufgeführt; 28 Vorstellungen listet die Staatsopernstatistik in den frühen 1930er Jahren auf, danach 21 Reprisen einer Rennert-Produktion, die von 1959 bis 1965 gespielt wurde, und schließlich die bisher letzte Inszenierung von Gian-Carlo Menotti, die von 1981 bis 1984 23 Mal über die Bühne gegangen ist - nur 72 Aufführungen also bisher im Wiener Haus am Ring, vor der jetzigen Neuinszenierung unter der Regie von Sven-Eric Bechtolf und dirigiert von Jesús López-Cobos.

Das Libretto zu dieser Rossini-Oper hatte Jacopo Ferretti geschrieben. Als Vorlage hatte ihm die 1810 in Paris gespielte Oper "Cendrillon" von Nicolò Isouard gedient. Dies war keineswegs die erste Opernfassung des Stoffes, immer wieder war die rührselige Aschenbrödel-Geschichte für die Opernbühne bearbeitet worden. Während jedoch Isouards Werk von einer duftigen Märchenstimmung erfüllt ist, wurde in der Libretto-Fassung für Rossini mehr das Komische in den Vordergrund gerückt. Die im Märchen noch vorhandenen Elemente des Übernatürlichen fehlen in Rossinis Werk, der Schwerpunkt wurde auf das beliebte Motiv des Rollentauschs zwischen Fürst und Diener, sowie auf die Verwandlung der ärmlichen, wie eine Magd gehaltenen Stieftochter zur eleganten jungen Dame gelegt.

Rückgriff auf ältere Werke

An seinem 24. Geburtstag, am 29. Februar 1816, hatte Rossini den Vertrag zur Komposition einer neuen Oper für das Teatro Valle in Rom unterschrieben. Nur elf Monate später kam "La Cenerentola" zur Uraufführung. Diese ist zwar nicht wie beim "Barbier von Sevilla" als Skandal in die Musikgeschichte eingegangen, ganz ähnlich der Oper von 1816 war aber auch Rossinis anrührend-heiterer Aschenbrödel-Version bei der ersten Wiedergabe kein großer Erfolg vergönnt; der stellte sich erst später ein.

Wie stets in jenen Jahren hatte der viel beschäftigte Gioachino Rossini die Partitur der "Cenerentola" in sehr kurzer Zeit verfertigt - und hatte dabei auf ältere Werke zurückgegriffen: Die Ouvertüre entnahm er der 1816 für Neapel komponierten Oper "La Gazetta", die berühmte Finalarie aus "Il barbiere di Siviglia". Ein ursprünglich für Tenor geschriebenes Stück war dabei zu einer Bravournummer für virtuose Mezzosoprane geworden.

Gestaltung: Michael Blees · zur Sendereihe

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