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Musik

Wolfgang Amadeus Mozart: Lucio Silla

Samstag
02. Februar 2013
19:30

Aufgenommen am 24. Jänner im Haus für Mozart im Rahmen der Mozartwoche Salzburg 2013

Mit Rolando Villazón (Lucio Silla), Olga Peretyatko (Giunia), Marianne Crebassa (Cecilio), Inga Kalna (Lucio Cinna) und Eva Liebau (Celia) Salzburger Bachchor, Les Musiciens du Louvre Grenoble; Dirigent: Marc Minkowski

Die Nachwelt hat ihn in unterschiedlichster Art umschrieben: Nach manchen Geschichtsbüchern war er ein kaltblütiger Tyrann, ein Synonym für Grausamkeit und Inhumanität; andere wiederum bezeichnen ihn als den adligsten und tapfersten Offizier und eine von den einzigartigen Erscheinungen in der römischen Geschichte - die Rede ist von Lucius Cornelius Sulla Felix, einem römischen Politiker, Feldherrn und Diktator in der Spätphase der römischen Republik: Von 138 v. Chr. bis 78 v. Chr. hat er gelebt; sein Name ist kurz als Sulla, Sylla oder Silla überliefert.

Schon früh hatte er sich als furchtloser und siegreicher Feldherr einen Namen gemacht. Er war der Erste, der mit einem römischen Heer gegen Rom zog - und immer wieder seine politischen Gegner rücksichtslos durch Proskription beseitigen ließ. 82 v. Chr. wurde er zum Diktator ernannt und stellte die Herrschaft des Senats wieder her, ehe er 79 v. Chr. alle seine Vollmachten zurückgab.

Mozarts Jugendwerk

Diesen historisch verbürgten Rücktritt des Diktators behandelt Wolfgang Amadeus Mozarts Oper "Lucio Silla". Dieses Dramma per musica war 1772 erstmals in Mailand über die Bühne gegangen und stellt die letzte für Italien komponierte Oper des damals 16-jährigen Komponisten dar.

So sehr seine Musik auch in der Tradition der Opera seria steht, so sehr zeigt sie auch das überdurchschnittliche Talent des jungen Mozarts, innerhalb der üblichen Formen mit Harmonik und Instrumentierung im Dienste des Ausdrucks und der Formung der Charaktere quasi zu spielen.

Das Werk erntete nicht den allergrößten Erfolg, wie auch die Hoffnung des Komponisten, in der Hauptstadt der Lombardei eine feste Anstellung zu finden, unerfüllt blieb - und doch gab es Meinungen, die die kompositorische Leistung über alle Maßen würdigten: Der junge Mozart habe in "Lucio Silla", so hieß es zuweilen, genug musikalisches Material eingebracht, um damit ein Dutzend Sinfonien schreiben zu können. Trotz seiner Jugend hatte er sich dazu auch als Praktiker erwiesen, denn im Hinblick auf den Sänger der Titelrolle, einen Künstler mit wenig Bühnenerfahrung, hatte Mozart von den vier vorgesehenen Arien nur zwei vertont.

Andere Versionen des Stoffes

Die Figur des Lucio Silla war in den 1770er-Jahren eine häufiger auf den Bühnen anzutreffende: Zwei Jahre nach Mozart hatte Pasquale Anfossi einen "Lucio Silla" komponiert - und 1775 dann Johann Christian Bach, der erneut auf das für Mozart entstandene Libretto von Giovanni de Gamerra zurückgegriffen hatte; wobei bei Bach die Titelgestalt mit weit mehr Solonummern ausgestattet war als bei Mozart - der Komponist hatte offensichtlich nicht mit einem unerfahrenen Sänger arbeiten müssen.

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